Hildesheim "Auf, werde licht, denn es kommt dein Licht, und die Herrlichkeit des Herrn geht leuchtend auf über dir": Die Worte des Propheten Jesaja (Jes 60,1) sind bestimmend für die Weihnachtstage, die liturgischen Texte in den Gottesdiensten nehmen diesen Zuruf auf. Eine Idee trägt besonders dazu bei, den Zuruf auch erlebbar zu machen: die Aktion Friedenslicht.
An diesem Sonnabend, 20. November, wird das Licht in der Geburtsgrotte zu Betlehem entzündet. Tags darauf, am Sonntag, 21. November, wird es per Flugzeug nach Frankfurt am Main gebracht. Am selben Tag wird das Licht weiterverteilt in die Kathedralkirchen der katholischen Bistümer und in die Zent-ralkirchen der evangelischen Landeskirchen. Immer dabei sind Vertreter der katholischen und evangelischen Pfadfinderverbände, denn sie tragen von Beginn an die Aktion Licht aus Betlehem.
Aussendung im Dom
Am kommenden Sonnabend, 27. November, findet im Hildesheimer Mariendom die Aussendungsfeier für das Bistum sowie für die evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers und die evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig und Schaumburg-Lippe statt. Diese ökumenische Aussendungsfeier wird von der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) gestaltet in Zusammenarbeit mit den Kirchen und weiteren Pfadfinderverbänden: dem evangelischen Verein christlicher Pfadfinder (VCP), dem überkonfessionellen Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BDP) und den Pfadfinderinnen St. Georg (PSG). "Es ist ein Zeichen, gerade für junge Menschen, das auf das Heilige Jahr hinweist", betont dann auch Hendrik Becker, der DPSG-Bildungsreferent im Bistum Hildesheim.
Schönes Zeichen des Glaubens
In einem Brief an die Pfarrer des Bistums hatte unlängst Domkapitular Adolf Pohner auf die Bedeutung der Aktion Friedenslicht aus Betlehem für die Diözese hingewiesen. "Die Kernidee dieser Aktion besteht darin", schreibt der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Bischöflichen Generalvikariat, "das Licht aus Betlehem das Licht aus der Geburtsgrotte Jesu Christi, dessen Menschwerdung wir im kommenden Heiligen Jahr besonders feiern gemeinsam zu empfangen und weiterzugeben."
Die Botschaft von Weihnachten können mit diesem Zeichen besonders in der Heiligen Nacht 1999 mit den Sinnen erfahren werden: "Von Betlehem bis hi-nein in unsere Kirchen und Häuser", wie Domkapitular Pohner unterstreicht. Und weiter: "Mit dem Friedenslicht sagen wir in einem schönen Zeichen, dass unser Glaube lebt", hebt der Geistliche hervor.
Domkapitular Pohner betont, dass mit der Aktion die Defensive verlassen werde und die Menschen auf den Glauben angesprochen werden können: "Nicht mit Predigt und Hirtenbrief, sondern mit einer für alle verständlichen Symbolik."
Ideen sollen entwickelt werden
Diakon Norbert Koch, Referent von Domkapitular Pohner, hofft darauf, dass die Gemeinden des Bistums viele Ideen entwickeln, wie das Licht aus Betlehem Eingang in das Gemeindeleben finden kann. In einem kurzen Aktionsleitfaden sind bereits einige Beispiele beschrieben:
Bereits in den Gottesdiensten zum ersten Advent kann das Licht an die Gemeinde und die verbandlichen Gruppen und Gemeinschaften weitergegeben werden. Natürlich soll es auf diesem Wege auch die Familien, allein Stehende sowie Krankenhäuser und Heime erreichen. Zur Aussendung bieten sich dabei Feiern von Vespern oder Luzinarien an. In der Heiligen Nacht selbst, so ein weitere Vorschlag, kann das Licht in der Christmette empfangen und zur Krippe gebracht werden.
Auch soll das Licht für das Zusammenwirken von Gemeinden in Seelsorgeeinheiten oder in ökumenischer Zusammenarbeit genutzt werden. So könnten zum Beispiel ökumenische Vesper-Gottesdienste unter Einbeziehung des Lichtes in wechselnden Kirchen gestaltet werden.
Weitergabe an Sternsinger
"Besonders schön wäre es aber", unterstreicht Koch im Gespräch mit der KirchenZeitung, "wenn das Licht den Sternsingern bei ihrem Aussendungsgottesdienst mitgegeben werden könne." So würde das Licht aus der Geburtsgrotte Jesu Christi durch die Sternsinger in die Häuser der Menschen finden und auch in die Kindergärten.
Weitere Informationen rund um die Aktion Friedenslicht aus Betlehem gibt es bei:
Hendrik Becker, Bildungsreferent der Deutschen Pfadfindergesellschaft St. Georg im Bistum Hildesheim, Domhof 18-21, 31134 Hildesheim, Telefon: (0 51 21) 30 73 48.
Rüdiger Wala
Vor mehr als zehn Jahren haben Pfadfinder aus Österreich mit der Aktion Friedenslicht begonnen. In der Adventszeit wurde bei einem Gottesdienst in der Geburtsgrotte Jesu Chris-tidas Licht feierlich entzündet. Jugendliche brachten dann das Licht in die Alpenrepublik
Ihre Idee fand Freunde: Seitdem hat sich die Aktion Friedenslicht so sehr verbreitet, dass das Licht aus Bethlehem am vergangenen Weihnachtsfest in fast alle europäischen Staaten gebracht wurde. Seit dieser Zeit wird die Aktion von den katholischen und evangelischen Pfadfinderverbänden in Deutschland mitgetragen.
Die Aktion will gerade in diesem Jahr dazu beitragen, dass das Datum "2000 nach Christi" christlich betont wird: ein Zeugnis des lebendigen Glaubens.
Zur Aktion Friedenslicht ist auch eine Arbeitshilfe erschienen. Die Broschüre gibt Tipps und Hinweise zur Gestaltung von Friedenslichtlaternen und zur Gestaltung von Gottesdiensten und Gruppenstunden.
Es werden Aktionsvorschläge gemacht. Darüber hinaus runden Gedanken, Texte, Kopiervorlagen und Adressen das Angebot ab. Die Arbeitshilfe ist zum Preis von vier Mark zuzüglich Porto zu beziehen bei der:
Arbeitsstelle für Jugendseelsorge (afj), Arbeitshilfe Friedenslicht, Postfach 320520, 40420 Düsseldorf, Telefon: ( 02 11) 48 47 66 11, Fax: (02 11) 48 47 66 22 oder auch per E-mail: leitung@afj.de.