KiZ-Tipp: Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel

Hier liegt das teuerste Buch der Welt

Welche Visionen müssen diesen Mann umgetrieben haben? Bereits vor 300 Jahren galt die berühmte Herzog August Bibliothek als das achte Weltwunder und die größte Büchersammlung nördlich der Alpen.

Blick in den Augusteersaal der Herzog August Bibliothek.       Foto: HAB

Wolfenbüttel (sbr). Der Welfenherzog wollte hier das Wissen seiner Zeit in den Regalen gesammelt sehen. Die Bibliothek beherbergte die größte Anzahl  von Drucken und war – was die Sammlung mittelalterlicher Handschriften anging – bedeutend für ganz Europa. Zwei ihrer bekannten Leiter waren  Gottfried Wilhelm Leibniz und Gotthold Ephraim Lessing.

Es sind wahre Schätze, die in der „Bibliotheca Augusta“ regelmäßig der Öffentlichkeit gezeigt werden. Noch für wenige Tage (bis zum 16. Januar) ist bespielsweise das Evangeliar  von Heinrich dem Löwen zu sehen. Das Werk aus dem 12. Jahrhundert zählt zu den wertvollsten Büchern der Welt. Nur alle zwei Jahre wird der Tresor geöffnet und das Evangeliar der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Prunkstück mittelalterlicher Buchkunst – wahrscheinlich 1188 in Auftrag gegeben – war eine Stiftung für den Braunschweiger Dom. Mit seinem Reichtum an Farben und Goldverzierungen gilt es als Höhepunkt der romanischen Buchmalerei. 1983 wurde es bei einer Versteigerung des Londoner Auktionshauses Sotheby‘s für 32,5 Millionen Mark (umgerechnet 16,6 Millionen Euro) ersteigert.
Zu sehen ist das Evangeliar in der Ausstellung „Schätze im Himmel – Bücher auf Erden“. Sie präsentiert mittelalterliche Handschriften, die der Hildesheimer Bischof Bernward (993–1022) und das Hildesheimer Michaelisklos-ter anfertigen ließen.

Die musealen Räume der Bibliotheca Augusta und des benachbarten Lessinghauses sind in der Regel dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt für beide Häuser beträgt zusammen 5 Euro.