Ökumenischer Kreuzweg der Schöpfung

Hühnermast und Atommüll

Was hat ein Hühnerschlachthof mit Endlagern für Atommüll zu tun? „Beides sind fatale Folgen unseres Lebenstiles“, sagt Jürgen Selke-Witzel,  der Umweltbeauftragte des Bistums. So beginnt der dritte ökumenische Kreuzweg der Schöpfung am 26. Februar in Wietze – vor einer Schlachtanlage.

Wieder ziehen Christen in der Fastenzeit mit dem Kreuz zu Orten, in denen die Schöpfung Gottes geknechtet wird. Foto: Archiv
Wieder ziehen Christen in der Fastenzeit mit dem Kreuz zu Orten, in denen die Schöpfung Gottes geknechtet wird. Foto: Archiv

Bistum (wal). Selke-Witzel ist zusammen mit dem Diözesanrat der Katholiken, der Diözesanstelle Weltkirche und der Hauptabteilung Pastoral im Generalvikariat Veranstalter des Kreuzwegs. Getragen wird er zudem von katholischen und evangelischen Gemeinden.

Der Schlachthof: „20 000 Hähnchen werden dort pro Stunde geschlachtet – unfassbar“, meint der Umweltbeauftragte. Alles nur für billiges Hühnerfleisch – auch das sei Raubbau an der Schöpfung. „Daher ist der Schlachthof auch ein Ort, um über die Folgen unseres Lebenstiles nachzudenken – und das steht im Mittelpunkt des Kreuzwegs“, erläutert Selke Witzel. Genau betrachtet, haben sich die Initiatoren Orte wie Wietze, aber auch die Atommülllager Gorleben, Schacht Konrad und Asse II nicht ausgesucht: „Sie sind uns von Gott anvertraut – deshalb ziehen wir dort mit dem Kreuz hin.“

Das Kreuz entsteht derzeit in der Werkstatt von Tischlermeister Wolfgang Puder aus Groß Denkte. Wieder drei Meter lang und etliche Kilo schwer. Jede Station wird mit einer Tontafel auf dem Holz verewigt. Zum Abschluss wird es bei den Gorlebener Kreuzen nahe des möglichen Atomendlagers aufgestellt: „Seit 23 Jahren beten dort jeden Sonntag Christen.“

Die Frage der Atommülllagerung ist in Deutschland nach wie vor ungelöst. Es ist ein Problem der gesamten Gesellschaft, es ist auch eine ethische Fragestellung: „Wie ernst nehmen wir das Gemeinwohl auch der zukünftigen Generationen?“, fragt Selke-Witzel.

Für die Vorsitzende des Diözesanrats, Elisabeth Eicke, ist der Kreuzweg „die Chance, der geknechteten Schöpfung Gottes eine Stimme zu geben“. Sehen, Handeln, Verantwortung wahrnehmen – das sei die Aufgabe von Christen.

„Wir gehen diesen Weg, weil wir an die Kraft des Gebets glauben“, ergänzt Martin Wrasmann. Die Zahl der „Mitgehenden“ sei stetig gestiegen: „Das zeigt, wie wichtig ein solcher Kreuzweg ist.“ Das sieht auch Bischof Norbert Trelle so: Er wird bei der zweiten Station predigen.

 

Weitere Infos: