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KiZ Nr. 8 vom 21. Februar 2010 |
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Dom wird zur Großbaustelle |
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Hildesheim (kiz). Der Dom ist geräumt, jetzt können die Baumaßnahmen beginnen. In Möbeltransportern einer Spezialfirma sind die zum Teil weltberühmten Kunstschätze des Gotteshauses abtransportiert worden. Sie werden in den nächsten Jahren in bekannten Museen gezeigt.
Viel Fingerspitzengefühl war nötig, aber auch einiges an Kraft. Gemälde werden von den Wänden abgenommen, an einem Kran hängen die langen Orgelpfeifen, vorsichtig betten Mitarbeiter der Spedition die Irminsäule auf Paletten, verpacken die Tintenfass-Madonna. Überall stehen Transportkisten zum Einsatz bereit. Das mittelalterliche Taufbecken, erst kürzlich aufwendig restauriert und in der Seitenkapelle aufgestellt, wird wieder demontiert. Aufmerksam und wohl auch mit einer Portion Skepsis beobachtet Dr. Michael Brandt, Direktor des Dom-Museums, die Arbeiten. Hier muss jeder Handgriff sitzen. Nicht in Magazinen und Archiven verschwinden die Kunstwerke, sondern sie werden nach eingehender wissenschaftlicher Untersuchung und – wo nötig – auch Sanierung andernorts zu sehen sein, bestehende Ausstellungen ergänzen und bereichern oder – wie die Christussäule, die vorübergehend seit einigen Monaten in der Hildesheimer Michaeliskirche steht – an andere Kirchen abgegeben. Eine Herausforderung dürfte der Ausbau der Bernwardstüren sein, der für Mitte Mai geplant ist. Die fast fünf Meter hohen Türflügel sind dann in unmittelbarer Nachbarschaft, im Roemer- und Pelizaeus-Museum, zu bewundern. Das Taufbecken tritt eine Reise nach Berlin an: Im Bode-Museum gehört es dann zu den Attraktionen der Ausstellung „Schätze des Glaubens“ ab Oktober, die wichtige Teile des Hildesheimer Domschatzes und des Welfenschatzes zeigt. In St. Godehard, während der Domsanierung vorübergehend Bischofskirche, wird der Hezilo-Leuchter im mittleren Kirchenschiff aufgehängt, die Irminsäule, der älteste Osterleuchter des Doms, geht vermutlich nach Bonn und soll im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt werden. Zwischengelagert werden die 4000 Pfeifen der Orgel – in einem Weltkriegsbunker in Kevelaer. Der größte Teil wird später in eine neue Orgel eingebaut. Das Gehäuse allerdings wird zersägt und entsorgt. Bereits seit einigen Wochen abgebaut ist der Lettner aus der Antoniuskirche, er wird saniert. Die Tintenfass-Madonna geht an die Landesgalerie Hannover, der Epiphaniasschrein nach Paderborn, wo er in einer Ausstellung des Diözesanmuseums zu sehen sein wird. Auch Teile des Domschatzes werden ausgeliehen: Sie sind in Sonderausstellungen in New York und London zu sehen. Die letzte Ausstellung im Dom-Museum wird am 26. Februar eröffnet: Unter dem Titel „Bernwards Schätze“ zeigt sie herausragende Kunst des Bischofs. | |
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