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KiZ Nr. 9 vom 28. Februar 2010 |
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Durch Stadt und Dorf |
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Garbsen (som). Zaghaft scheinen die ersten Sonnenstrahlen des neuen Jahres auf die Gesichter der Menschen , die in einer Prozession durch Garbsen ziehen. Manche sehen schweigend auf das Kreuz, welches vorneweg getragen wird, andere unterhalten sich leise. So ein Kreuzweg kann vieles sein. Für die Gemeinde St. Raphael aus Garbsen mit den Teilgemeinden St. Maria Regina und Corpus Christi ist es zunächst einmal der erste dieser Art.
„Als ich im Oktober 2008 neu in die Gemeinde kam, wollte ich die Gemeindemitglieder erst einmal kennenlernen“, erzählt Diakon Thomas Müller. „Dabei habe ich gemerkt, dass sich die Leute eine stärkere Präsenz ihrer Kirche gewünscht haben.“ So sei dann die Idee gereift in der Fastenzeit auf einem Kreuzweg durch die einzelnen Dörfer zu gehen und so die Kirche in die einzelnen Ortschaften zu bringen. Unter dem Motto „Wir kreuzen da auf, wo wir leben“ sollen nun an jedem Fastensonntag alle Ortsteile aufgesucht werden, die zur Gemeinde gehören. Kurze Impulse zum Innehalten Der Kreuzweg des ersten Fas-tensonntags begann in der Klosterkirche Marienwerder. Rund 70 Menschen versammelten sich, um gemeinsam zum Wilhelm-Maxen-Haus nach Garbsen zu pilgern. Auf dem Weg gab es immer wieder kurze Impulse: „Hier wollen wir dann einen Moment innehalten, um auch mal an andere zu denken“, erläutert die Gemeindereferentin Bärbel Smarsli die Idee. Das große Holzkreuz wird abwechselnd von verschiedenen Mitgliedern der Gemeinde getragen. Einmal tragen es auch die Jugendlichen aus Corpus Christi. „Wir wollen damit ein Zeichen setzen“, sagt Kathrin Poltorak überzeugt. „Unsere Kirche soll geschlossen werden. Das macht uns wütend. Unsere Kirche ist so lebendig und durch das Tragen des Kreuzes können wir zeigen, dass wir präsent sind“, ergänzt sie. Herbert und Irene Rudek gehen den Weg über eingehakt nebeneinander her. „Wir sind dankbar für so vieles“, erzählt Irene Rudek. „Und gleichzeitig gibt es aber auch viel, für das wir beten müssen. Es ist wichtig, dass wir heute mitgehen.“ Manchmal sagen sie ein paar Worte zueinander, dann schweigen sie wieder. „Die Stille ist wichtig“, sagt sie. „Wir brauchen die Fastenzeit, um uns auf das wirklich Wichtige zu besinnen.“ Viele gehen mit, um mal in Ruhe über andere Dinge nachzudenken und sich zu entspannen. „Ich will einfach mal vom Alltagsstress abschalten“, erzählt Elisabeth Patzal. Anstrengend sei der rund zwei Kilometer lange Weg bis zum Wilhelm-Maxen-Haus nicht. „Ich gehe aus dem Glauben heraus mit“, sagt sie bestimmt. Kreuz demonstriert Verbundenheit Für die Gemeindemitglieder ist es wichtig, dass sie Präsenz in Garbsen zeigen. „Man darf nicht vergessen, dass Garbsen nur eine katholische Gemeinde hat, aber aus vielen Stadtteilen und Dörfern besteht“, meint Diakon Müller. Da sei es für die Leute schwierig ihre Kirche immer wahrzunehmen. Mit dem Tragen des Kreuzes könne man demonstrieren, dass man zusammengehört. Die meisten, die zum Kreuzweg gekommen sind, zeigen sich von der neuen Idee begeistert. „Nun müssen wir abwarten, wie sich die nächsten Sonntage entwickeln“, meint Bärbel Smarsli vorsichtig. Info An den nächsten fünf Fastensonntagen gibt es wieder die Möglichkeit am Kreuzweg teilzunehmen. Beginn ist jeweils um 15 Uhr. Am Sonntag, 28. Februar, geht es von der Dorfkirche in Alt Garbsen bis zum Haus der Ruhe in Meyenfeld. Weitere Infos im Internet unter: www.dekanat-hannover-nordwest.de/kath-kirche-garbsen | |
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