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KiZ Nr. 10 vom 07. März 2010

Bernwards Schätze
"Die Domkirche zu verschönern war sein Ziel“: Irdische Güter schaffen für himmlischen Lohn

Hildesheim (sbr). Bevor das Dom-Museum für vier Jahre geschlossen wird, stellt es noch einmal seine besonderen Prunkstücke aus: die Schätze, die Bischof Bernward anfertigen ließ. Anlass ist die 1000-Jahr-Feier von St. Michaelis. Hier wollte Bernward begraben sein.

„Die Domkirche in wunderbarer Weise zu verschönern war sein unablässiges Ziel“, schreibt der Chronist Thangmar in seiner Vita Bernwardi. Kunstwerke von Weltrang hat der Bischof hinterlassen – wohl durchaus auch mit Hintergedanken: „Gut ist es, wenn man schon auf Erden Güter schafft für himmlischen Lohn“, drückt Bernward in einer Kaiserurkunde Ottos II. die Hoffnung aus, dass seine Werke Wirkung auf Erden hinterlassen würden.

Sie tun es bis heute. Der silberne Bernwardleuchter und das silberne Bernwardkruzifix oder das sogenannte Kostbare Evangeliar mit dem berühmten Stifterbild, das der Bischof für den Marienaltar in der Krypta von St. Michaelis bestimmt hatte, sind wahre Schätze. Dass sie über alle Wirren der Jahrhunderte hinweg als Gründungsausstattung der Kirche erhalten geblieben sind, ist in Europa einzigartig.

Einer der Höhepunkte in der Ausstellung ist das „Große Bernwardkreuz“, das im mittleren Bergkristall Splitter des Kreuzes Christi enthalten soll. Sie waren ein Geschenk Ottos III. Das Kreuz selbst wurde im 12. Jahrhundert angefertigt – als Bernward heiliggesprochen wurde.

Wie sehr der Bischof darauf aus war, neue künstlerische und handwerkliche Techniken zu fördern, wird am Beispiel der Großen Goldenen Madonna deutlich: Sie gehört zu den ältesten Darstellungen, die Maria in einer bis dahin verpönten Vollplastik zeigen.

Einer der Schwerpunkte widmet sich den illustrierten Evangeliaren und liturgischen Handschriften. Dazu zählen das nach seinem Schreiber Guntbald benannte Sakramentar, die Bernward-Bibel und der Bernward-Psalter, der erst kürzlich aus Privatbesitz für die Herzog August Biblilthek erworben werden konnte. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein Modell der Michaeliskirche, das die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigt.

Zur Info:
„Bernwards Schätze“ sind bis 9. Mai im Dom-Museum zu sehen. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, öffentliche Führung: sonntags, 15 Uhr.
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