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KiZ Nr. 10 vom 07. März 2010 |
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Schritte gegen den Klimawandel |
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Wolfsburg (wal). Die Hände sind immer in Bewegung. Sprechpausen gönnt sich Schwester Maria Delci Franzen nur kurz – dann muss die Dolmetscherin übersetzen. Ihre Botschaft ist eindeutig: „Wir müssen etwas gegen den Klimawandel tun – und wir können es auch.“
Seit 2003 beschäftigt sich Sr. Delci mit nichts Geringerem als mit den schwierigsten Problemen ihres Heimatlandes Brasilien – mit Armut und dem Klimawandel. Die Ordensfrau, die den Schwestern der heiligen Katharina von Siena angehört, ist Leiterin der Abteilung für Soziale Dienste bei der brasilianischen Bischofskonferenz. Kein lauer Schreibtischjob, der sich in moralischen Appellen an die Politik, die Unternehmen und die Gesellschaft erschöpft. Natürlich, auch solche Appelle sind wichtig: „Wir müssen als Kirche die Stimme erheben gegen die Brandrodung der Regenwälder, gegen die Sklaverei, die es noch immer in unserem Land gibt.“ Da führe kein Weg daran vorbei. Reden auf Konferenzen ist für Sr. Delci das eine – konkrete Projekte gegen Armut, gegen Klimawandel entwickeln das andere. Das Wichtigere. Denn schonend mit Gottes Schöpfung umgehen und den von ihm geschenkten Reichtum gerecht zu verteilen – „das geht nur über ein verändertes Bewusstsein“, sagt sie. Und Veränderung braucht Beispiele. „Die Menschen müssen sich organisieren“ So listet sie auf: Eine Kooperative, die Müll sammelt, trennt und wiederverwertet. Getragen von Menschen, die vorher von Almosen auf der Straße gelebt haben – zwischen dem Müll, der überall herumliegt. Das bringt Geld gegen Armut, eine saubere Landschaft gegen Umweltzerstörung – und Selbstwertgefühl. „Die Menschen müssen sich organisieren“, sagt Sr. Delci. Die Kirche will ihnen dabei helfen – mit Kursen zum Schreiben- und Rechnenlernen ebenso wie mit politischer Bildung. Besonders im Blick: Die Situation von Frauen Besonders im Blick hat Sr. Delci die Frauen: „Sie leisten den Großteil der Arbeit in den Familien.“ Holz sammeln und hacken für die Feuerstelle, lange Wege bis zur nächsten Wasserstelle. „Wer einmal einen Krug über Kilometer auf dem Kopf getragen hat weiß, was das bedeutet“, sagt Sr. Delci. Deshalb fördere die Kirche zusammen mit vielen Partnern aus deutschen Bistümern den Bau von Brunnen mit einfachen Pumpen. Entwickelt wurde auch eine „Kochkiste“. Mit Aluminium ausgeschlagen funktioniert sie mit Sonnenenergie. 30 Real, umgerechnet etwa zehn Euro, kostet sie. Ein praktischer Beitrag zur Entlas-tung von Frauen – und für sie die Chance die gewonnene Zeit zur Bildung zu nutzen. Ein Schritt aus der Armut. Ein Beitrag gegen den Klimawandel. In Wolfsburg ist Sr. Delci bei der Initiative „Trotz Dürre leben“ zu Gast, die von den Katholiken der Stadt getragen wird. In den letzten sieben Jahren sind 700 000 Euro gesammelt worden, um Brunnen im trockenen Nordosten Brasiliens zu bauen. Nach den Worten der Ordensfrau animiert Diakon Karl-Theodor Weise die zahlreichen Zuhörer, Sr. Delci ein besonderes Geschenk zu machen – ein Versprechen sich für den Erhalt der Schöpfung einzusetzen. Sein Vorschlag: Klima-Fasten. Bewusster Auto fahren, heizen, Strom verbrauchen, einkaufen. „Das ist nicht so schwer, wie es klingt“, sagt Weise. Seine Liste von möglichen Fasten-Versprechen findet sich im Kasten links. Hinweise im Internet: www.trotzduerreleben.de Wie geht Klima-Fasten? Fuß vom Gas: Auf der Autobahn nie schneller als 120 Stundenkilometer Muss es das Auto sein? Öfter mal Bus oder Bahn benutzen Immer im Kreis auf der Suche nach einem Parkplatz? Park&Ride-Angebote nutzen Dauerhaft Licht in jedem Zimmer? Lampen ausschalten Weg mit der alten Glühbirne: Schritt für Schritt Energiesparlampen nutzen. Muss die Heizung immer voll aufgedreht sein? Die Rückkehr der Strickjacke Immer auf Empfang? Fernseher nicht im Stand-by-Modus laufen lassen Energiesparend kochen: Restwärme im Backofen nutzen, Töpfe nur auf die passenden Platten und – Deckel drauf! Muss es immer Fleisch und Wurst sein? Mehr pflanzliche Lebensmittel kaufen Blick auf den Einkaufszettel: mehr Bio und mehr Lebensmittel aus der Region Grips anstrengen: Was kann noch getan werden? | |
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