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KiZ Nr. 11 vom 14. März 2010

Ein kleines Meisterwerk entsteht
Mit einem Faksimile des segnenden Christus unterstützt Pfarrer Schoeßler die Domsanierung

Hildesheim (tp). Ein Stück Weltkulturerbe für Ihr Zuhause gefällig? Der segnende Christus aus dem Bild 23 der Hildesheimer Christus-Säule ist jetzt als Faksimile-Abdruck aus Gips erhältlich. In Handarbeit fertigt Ruhestandspfarrer Johannes Schoeßler die kleinen Kunstwerke – zugunsten der Domsanierung.

24 Szenen aus dem Leben Jesu – von der Taufe im Jordan bis zum Einzug in die Stadt Jerusalem – sind auf der Christussäule zu sehen. Der monumentale Bronzeguss, den Bischof Bernward Anfang des 11. Jahrhunderts anfertigen ließ, beeindruckt vor allem durch die für ihre Zeit ganz ungewöhnliche Lebendigkeit und Bewegtheit ihrer halbplastisch herausgearbeiteten Figuren.

Den Bronzeguss immer vor Augen

Davon überzeugen konnte sich Pfarrer Johannes Schoeßler bei jedem Gottesdienst in der ehemaligen Kirche St. Joseph. Denn bis zum Bau der heutigen Kirche 1978 zierte ein Bronzeguss nach einem originalen Abdruck der mittlerweile zum Weltkulturerbe zählenden Säule als Tabernakel-Tür. Deren Motiv: die Verklärung Jesu auf dem Berg Tabor.

Schoeßler selbst besitzt noch einen weiteren Abdruck, den segnenden Christus aus dem Bild 23. „Ein Gemeindemitglied durfte nach dem 2. Weltkrieg diese Abdrücke von der Christussäule machen, als sie in der Annenkapelle lag. Bischof Joseph Godehard Machens hatte dazu die Erlaubnis erteilt“, erklärt der Pfarrer die Existenz dieser originalgetreuen Nachbildungen, die er geschenkt bekommen hatte.

Als die Christussäule vor kurzem für die Zeit des Umbaus der Bischofskirche vom Dom in die St.-Michaelis-Kirche transportiert wurde, kam ihm eine lange zurückliegende Idee wieder in den Sinn. Erste Versuche, Abdrücke seiner Bilder der Säule anzufertigen, waren im Zusammenhang mit dem Bernwardsjahr 1993 allerdings noch gescheitert.

Mit vielen Farben experimentiert

Im Ruhestand ist der Geistliche nun erfolgreicher, hat sich handwerklich verbessert. Routiniert rührt er den Gips an – „Porzellangips, der ist stabiler“, betont Schoeßler –, und füllt die genau abgemessene Menge in die Form. Die Faksimiles werden, nachdem sie ausgehärtet sind, mit dem Pinsel bemalt. „Ich habe mit vielen Farben experimentiert. Die Farbe wird nicht ganz dem Original entsprechen“, weiß der Pfarrer. Einen bronzenen Eindruck werden die kleinen Kunstwerke dennoch machen.

Dass er das Motiv des segnenden Christus nur nachbildet und nichts eigens schafft, ist für Schoeßler wichtig: „Die Seele der Bernwardssäule spricht aus jedem Faksimile.“ Jeder habe ein Stück Original vor sich, wirbt er für den Kauf, mit dem gleichzeitig auch noch etwas Gutes getan wird. Die Einnahmen dieser Aktion, abzüglich der Materialkosten, fließen als Spende in den Umbau des Domes ein. Doch für Pfarrer Schoeßler zählt auch der religiöse Aspekt: „Davor kann man auch mal beten.“



Zum Thema:

Nach dem Vorbild der römischen Siegessäule des Kaisers Trajan zeigt die Säule auf ihrem spiralig aufsteigenden Reliefband vierundzwanzig Szenen aus dem Leben Jesu. Die Bilderzählung beginnt mit der Taufe Jesu im Jordan. Es schließen sich Szenen des öffentlichen Wirkens Jesu, vor allem Wundertaten, an. Den Schlusspunkt bildet der triumphale Einzug des Messias in die Stadt Jerusalem.

Ein Film über die Entstehung ist auf der Internetseite des Bistums zu sehen: www.bistum-hildesheim.de

Zum Preis von 39,50 Euro ist die Nachbildung des segnenden Christus erhältlich: im Hildesheimer Domladen und über den Medienservice, E-Mail: medienservice@bistum-hildesheim.de
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