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KiZ Nr. 11 vom 14. März 2010 |
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Bistum suspendiert Wolfsburger Pfarrer |
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Hildesheim/Wolfsburg (bph/kiz). Das Bistum Hildesheim hat einen 69-jährigen Pfarrer, Pater Gerd E. aus Wolfsburg, mit sofortiger Wirkung von seinem Dienst suspendiert. Ihm wird zur Last gelegt, vor mehr als dreißig Jahren einen damals 16-jährigen Jugendlichen sexuell missbraucht zu haben.
Während seiner 31-jährigen Amtszeit als Seelsorger in Wolfsburg habe er sich aber keiner weiterer Vergehen schuldig gemacht, heißt es in einer Erklärung des Bistums. Das Opfer habe bisher aus Scham geschwiegen, berichtet der Bischöfliche Beauftragte für sexuellen Missbrauch, Domkapitular Heinz-Günter Bongartz. Erst jetzt – nach dem Aufruf des Bischofs an die Gemeinden, auch zurückliegende Fälle zu melden – hatte es den Mut, sich an das Bistum zu wenden und den Vorfall anzuzeigen. „Die Diözese Hildesheim ist entsetzt und tief betroffen über den sexuellen Missbrauch und bringt ihr Mitgefühl mit dem Opfer zum Ausdruck“, erklärt Bongartz. Dem Opfer wurden therapeutische Hilfe und beratende Unterstützung zugesagt. „Schweres Vergehen“ eingestanden Der Wolfsburger Pfarrer bereue seine Tat zutiefst und habe sie als ein schweres Vergehen eingestanden. Ihm sei die Tragweite des damaligen Geschehens nicht bewusst gewesen. Freundschaft habe er gefühlt. Diese freundschaftliche Beziehung sei erst nach einigen Jahren abgebrochen. Entsprechend der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz wurde der Geistliche mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern suspendiert. Bischof Trelle und der Provinzial des Ordens, dem der Priester angehört, werden nach der kirchenrechtlichen Untersuchung entscheiden, welche kirchlichen Strafen das Vergehen des Pfarrers nach sich zieht. Die von ihm geleiteten Gemeinden St. Heinrich und St. Josef wurden am vergangenen Wochenende informiert. Die Gottesdienstbesucher reagierten mit großer Bestürzung und Trauer, berichtet der Vorsitzende des Katholikenrates, Horst Scholz. Es dürfe nichts beschönigt werden, der Pfarrer stehe „zu seiner Schuld und zu seiner Verantwortung“. Er sei allerdings heute nicht mehr der Mensch, der vor mehr als 30 Jahren schuldig geworden ist: „Er hat sich aus eigenem Antrieb vor vielen Jahren wirksame Hilfe gesucht und sich intensiv mit seiner Person ausei-nandergesetzt“ , sagte Scholz. „Geschätzt als guter Seelsorger“ In diesem Prozess habe er sich verändert. „Er ist dadurch der gute Seelsorger geworden, den wir alle schätzen gelernt haben“, betont Scholz im Gespräch mit der Kir-chenZeitung. Er verdiene Solidarität und beide – das Opfer und der Pfarrer – „brauchen unser Gebet“. Die von Pater E. vor 26 Jahren angestoßene Unterstützung für Haiti wird weitergeführt. Auch nach dem Erdbeben sammelte die Gemeinde für die Opfer, das Geld wird in den nächsten Wochen direkt vor Ort übergeben. | |
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