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KiZ Nr. 22 vom 05. Juni 2005 |
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Das Feuer des Heiligen Geistes |
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Von Rüdiger Wala
Göttingen. Sie hoffen auf Heilung, wollen sich mit dem Heiligen Geist erfüllen lassen, wollen Jesus in sich spüren: 200 Menschen – Jugendliche wie Senioren, Männer wie Frauen, Familien sind zu charismatischen Exerzitien in der Gemeinde Maria Frieden in Göttingen zusammengekommen. Die eine Hälfte aus Göttingen und Umgebung, die andere Hälfte ist aus allen Ecken der Republik, aus Österreich und der Schweiz angereist. Sie alle sind da, um die Begegnung mit einem Priester zu suchen: Pater James Manjackal. Leitgedanke des Treffens: „Beten um den Heiligen Geist“. Pater James Manjackel wurde 1946 im indischen Cheruvally (Bundesstaat Kerala) geboren. Durch ein aus Deutschland stammendes Stipendium konnte der aus armen Verhältnissen Kommende (fünf Geschwister, der Vater starb sehr früh) eine höhere Schule besuchen und studieren. 1973 wurde Manjackal in der Kongregation der Missionare des heiligen Franz von Sales zum Priester geweiht. Nach einer Lehrtätigkeit an einem indischen Priesterseminar zog es Pater James vor über 25 Jahren in die Mission – auf Evangelisationsreisen in Asien, in Europa, in Lateinamerika. Er predigt, leitet Exerzitien, hält Vorträge und feiert Heilungsgottesdienste. So war auch das viertägige Programm in Göttingen aufgebaut: Vorträge und Gebete, Beichte und Lobpreis prägen die Exerzitien. Zwischendurch wird viel gesungen. Doch es gibt Gebete, auf die die Teilnehmer besonders sehnlich warten: das Gebet um innere Heilung und vor allem das Gebet um Geistausgießung. Eben: Beten um den Heiligen Geist. Pater James tritt an den Ambo. Er spricht Englisch, eine junge Assistentin übersetzt. Der Salesianer spricht leise und lange. Über Tugenden, über die Liebe von Jesus zu den Menschen, über die Gaben, die Charismen des Heiligen Geistes. Pater James wird lauter, eindringlicher. Er spricht davon, „dass wir die Wahrheit Gottes brauchen – nicht die Weisheit der Welt“. Diese Wahrheit finde sich in den Lehren der Kirche, durch sie könne der Heilige Geist erkannt werden. „Öffnet eure Herzen!“ Ein Moment der Ruhe und Pause tritt ein. Pater James tritt an den Tabernakel, entnimmt das Allerheiligste, stellt es aus. „Jetzt“, sagt er, „werden wir um den Empfang des Heiligen Geistes bitten.“ Ganz sollen sich die, die zum Altar treten werden, dem Herrn übergeben: „Bittet den Herrn! Öffnet eure Herzen! Vertraut ihm“. Pater James wird fast ohrenbetäubend laut: „Schenken wir uns ein neues Pfingsten.“ Der Salesianer bittet den Heiligen Geist um Gaben: „Er schenke das Charisma zu heilen! Er schenke das Charisma zu predigen! Er schenke das Charisma kraftvoll Zeugnis zu geben! Wir werden durch ihn zur Kirche!“ Und dann: „Der Heilige Geist erfülle euch mit seinem Feuer.“ Einzeln treten Teilnehmer vor, bilden eine Reihe. Jedem legt Pater James die Hände auf den Kopf, flüstert ein Gebet. Manche Teilnehmer wanken nur, andere kippen um – und werden von hinter ihnen stehenden Helfern aufgefangen und auf dem Teppich niedergelegt. Ein paar Minuten bleiben sie so liegen, einige bewegungslos, andere zucken mit Armen oder Beinen. Ein Teilnehmer wird hinterher berichten, dass er eine enorme Kraft gespürt habe, die regelrecht auf seinem Kopf gebrannt habe, eine andere erzählt, dass sie sich auf einmal ganz leicht gefühlt habe, sich neben ihrem Leib befunden habe. Stille kehrt ein nach diesem Erlebnis. Pater James fordert die Teilnehmer auf, sich in Zweiergruppen zusammenzufinden. Der eine solle sich setzen, der andere ihm die Hände auf den Kopf legen, später wird gewechselt. „Lasst die euch von Jesus geschenkte Kraft wie lebendiges Wasser fließen“, sagt Pater James, „betet und bittet.“ Wer eine Botschaft von Jesus empfangen hat, möge sie dem anderen mitteilen. Der Salesianer betet für alle Familien Europas, für ein wieder christliches Deutschland, für die Einheit der Kirche, für die, die anerkennen, dass Jesus der Herr aller ist: „Halte sie fern von der Sünde, halte sie fern vom Satan.“ „Viel Kraft gespürt“ Wieder wird es ruhig in der Kirche: Nun fordert Pater James: „Erzählt, was euch hier passiert ist.“ Mehrere Teilnehmer treten an ein Mikrophon. Eine junge Frau kommt nach vorne. Sie leide an Epilepsie, berichtet sie. Als sie am Donnerstag zu den Exerzitien fahren wollte, habe sie einen Anfall gehabt: „So schlimm wie nie – ich bin mir sicher, dass eine böse Kraft mich daran hindern wollte, hierherzufahren.“ Ihre Eltern hätten den Rosenkranz für sie gebetet, sie habe daraufhin genug Kraft gesammelt, um die aktuelle Krise zu überstehen. In den Tagen der Begegnung mit Pater James sei es ihr immer besser gegangen. „Ich habe so viel Kraft gespürt, als Pater James mir die Hände aufgelegt hat“, erzählt die junge Frau. Nun sei sie sich sicher: „Ich weiß, dass Jesus mich geheilt hat.“ Ein junger Mann erzählt von seinem kleinen Sohn. Gerade zwei Jahre alt sei er und leide an Krebs. „Meine Frau und ich waren nicht gläubig“, sagt er. Durch die Exerzitien habe das Ehepaar eine Beziehung zu Gott bekommen, habe um Heilung gebetet. Jetzt habe Pater James angekündigt, dass der Junge geheilt sei: „Dafür preisen wir den Herrn.“ | |