09.09.2022

Pilgern aus Anlass des Godehardjahres

Auszeit mit den Füßen

Zwischen Niederaltaich und Hildesheim ist aus Anlass des Godehardjahres eine Gruppe Pilger unterwegs. Begleitend bietet das Bistum weitere Veranstaltungen zum Mitwandern an.


Für Menschen, die pilgernd eine Auszeit vom Alltag nehmen möchten, gibt es im September mehrere Angebote des Bistums Hildesheim: das Tagespilgern, Pilgern im Alltag, das Feierabendpilgern auf dem Braunschweiger Jakobsweg oder das Sternpilgern zum Hildesheimer Domhof. Alle Angebote gehören zum Programm des Godehardjahres im Bistum Hildesheim und finden vom
10. bis 18. September parallel zur Tour der Pilgergruppe statt, die auf verschiedenen Streckenabschnitten zwischen Niederalteich und Hildesheim unterwegs sein wird.
 
Den Auftakt zur Pilgerwoche bildet ein Gottesdienst in der Benediktinerabtei Niederaltaich am Samstag, 10. September, um 17 Uhr. Dieser Gottesdienst mit Bischof Heiner Wilmer, Bischof Stefan Oster (Passau) und Abt Marianus Bieber (Niederaltaich) sowie den Teilnehmern der Pilgertour von Niederalteich nach Hildesheim wird live im Internet gestreamt unter www.godehardjahr.de.
 
Beim Tagespilgern bietet Pilgerleiterin Christiane Müßig vom 11. bis 17. September auf dem Jakobsweg Via Scandinavica verschiedene Tagestouren auf der Strecke zwischen Göttingen und Hildesheim an. Im Angebot sind fünf Tagestouren und zwei Halbtagestouren mit unterschiedlichen Streckenlängen.

Das Pilgern im Alltag ist eine Anregung, kleine Auszeiten in das tägliche Leben einzubauen. Als Hilfe dabei dient das Pilgerjournal „Mein Weg – Ein heiliges Abenteuer“. Impulse daraus werden zwischen dem 10. und 18. September täglich neu auf der Website www.godehardjahr.de veröffentlicht und sind als Pod­cast auf allen gängigen Plattformen zu finden. Wer mag, kann sie sich als Audio-Datei anhören  – beim Spazierengehen oder anderswo.

Ergänzend dazu gibt es auf den Social-Media-Kanälen des Bistums Hidesheim täglich spirituelle Impulse. Außerdem findet für Interessierte vom 11. bis 17. September jeweils abends um 19 Uhr ein Erfahrungsaustausch per digitaler Zoom-Konferenz statt.

Das Feierabendpilgern wurde von den katholischen Dekanaten Wolfsburg-Helmstedt, Braunschweig und Goslar-Salzgitter in Kooperation mit den Pilgerbegleiterinnen und -begleitern und dem Pilgerbüro des Braunschweiger Jakobswegs organisiert. Vom 11. bis 18. September gibt es acht Wanderangebote im südöstlichen Niedersachsen, an den Wochenenden als Tagestouren, in der Woche jeweils ab 17 Uhr als Feierabendpilgern.
 
Am 17. September führt ein Frauenpilgerweg auf einer rund acht Kilometer langen Strecke durch Hannover-Linden. Unter der Leitung von Diakon Samuel Elsner gibt es am 18. September eine Motorradwallfahrt von Bremerhaven nach Hildesheim. Am gleichen Tag findet das „Sternpilgern“ aus der Hildesheimer Umgebung in die Domstadt statt. (Für diese Veranstaltung wird dringend um Anmeldung gebeten)

Auf dem Hildesheimer Domhof wird zum Ende der Pilgerwoche am 18. September ab 14 Uhr ein Pilgerfest für alle ausgerichtet, die an den Pilgerangeboten zum Godehardjahr teilgenommen haben.

Alle Informationen zu den Angeboten sind auf der Website www.godehardjahr.de veröffentlicht.

 

Der Apostel Jakobus auf dem Weg nach
Spanien. Sein Grab in Santiago de
Compostela ist Ziel zehntausender Pilger
(Motiv aus dem Hochaltarretabel der
Marktkirche Hannover).

Der rechte Pilger

  • muss vor der Reise seine materiellen Schulden und durch die Beichte auch seine geistlichen Schulden bezahlen.
  • muss darauf vorbereitet sein zu sterben. Deshalb verfasst er sein Testament.
  • muss auf irdische wie geistliche Freuden verzichten und verabschiedet sich von seiner Frau.
  • muss einen lebendigen Glauben besitzen. Dies versinnbildlicht der lederne Sack, den er kauft.
  • muss über eine „weite und breite“ Geduld verfügen. Dafür steht der breite Hut, den er kauft.
  • muss sich im Kampf der Sünde bewehren. Dafür stehen die gut eingelaufenen Schuhe, die er beim Schuster erwirbt.
  • muss Leid und Widrigkeiten ertragen. Dies symbolisieren die Münzen, die er beim Geldwechsler eintauscht.
  • muss eine starke Hoffnung auf Gott besitzen. Dafür steht der Pilgerstab.
  • muss sich vor schlechten Gefährten hüten und gute wählen.
  • muss auf seinem Weg Spott und Verachtung ertragen.
  • muss unterwegs auf die Freuden der Welt verzichten.
  • soll sich nicht am Essensgenuss erfreuen, sondern stets daran denken, dass er dies dem Wirt teuer bezahlen muss.

Johannes Geiler von Kaysersberg: Der Bilger mit seinen Eygenschafften, Augsburg 1494. Geiler gilt als einer der bedeutendsten Prediger des späten Mittelalters und der beginnenden Frühen Neuzeit.