08.05.2018

Der neue Bischof erobert die Herzen der Gläubigen im Sturm

Bischof „mit Sonne im Herzen“

Die Einladung kam erst am frühen Morgen, doch am Mittag war der Dom voll: Mehr als 600 Menschen wollten ihren neuen Bischof Heiner Wilmer am Montag erstmals live erleben. Und der eroberte im Sturm die Herzen der Gläubigen.

Nachfolger und Vorgänger: Pater Heiner Wilmer und
der emeritierte Bischof Norbert Trelle vor dem
Tausendjährigen Rosenstock. | Foto: Gossmann

Pater Heiner Wilmer, bislang Generaloberer der Herz-Jesu-Pries­ter in Rom, hatte mit sich gerungen, ob er das Amt als Bischof von Hildesheim annehmen solle. Nun steht er während des Mittaggebetes erstmals am Altar des Hildesheimer Domes, an seiner Seite die beiden Weihbischöfe Nikolaus Schwerdtfeger und Heinz-Günter Bongartz. „Wir freuen uns, dass Sie hier sind“, sagt Bongartz. Wilmer erhebt sich winkend von seinem Stuhl und im Dom brandet Applaus auf.

Bongartz dankt Wilmer für sein „aufrichtiges Ringen um eine gute Entscheidung“. Vor fünf Jahren hätten die Kardinäle einen Bischof vom Ende der Welt zum Papst gemacht, nun habe das Domkapitel einen Ordensoberen einer hier eher unbekannten Ordensgemeinschaft zum Bischof gewählt. Und er erinnert daran, dass mit dem heiligen Godehard im Jahr 1022 bereits ein Ordensmann an der Spitze des Bistums gestanden habe.

Der Tag, an dem Bischof Wilmer sich erstmals in Hildesheim vorstellt, ist ein sonniger Tag. „Auch in meinem Herzen scheint die Sonne“, versichert er. Einer Gruppe von Jugendlichen, die sich im Mittelschiff des Domes platziert hat, ruft er zu: „Es ist klasse, dass ihr im Mittelpunkt der Kirche steht.“ Tatsächlich will der künftige Bischof einen Schwerpunkt in der Kinder- und Jugendarbeit setzen. Bereits vor seiner Weihe wird er an drei Wochenenden im August mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchs Bistum pilgern.

Den Menschen im Dom verrät Wilmer seinen Wahlspruch: „Gehilfen zu eurer Freude“, ein Zitat aus dem 2. Korintherbrief. Zwei Dinge will der neue Bischof damit deutlich machen: Zum einen die Freude an der Verkündigung des Evangeliums, zum anderen (durch die Wahl des Plurals) die Tatsache, dass er sich als Teamarbeiter versteht und gemeinsam mit anderen das Bistum voranbringen will.

Matthias Bode