10.10.2018

Interview mit dem Politikmagazin Rundblick

Bischof Wilmer will Missbrauch-Akten für Externe öffnen

Der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer hat sich in einem Interview mit dem Politikjournal Rundblick (Donnerstagausgabe, 11.10.2018) dafür ausgesprochen, die Akten über die Missbrauchsfälle in seinem Bistum weitgehend zu öffnen.

„Ich bin für eine offene Herangehensweise. Wir haben nichts zu verheimlichen. Ich bin dafür, dass Akten auch für Externe geöffnet werden. Anders können wir Glaubwürdigkeit und Vertrauen nicht zurückgewinnen“, sagte Wilmer. Zuvor hatte die niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza (CDU) die katholische Kirche aufgefordert, ihre Akten für die Einsichtnahme der Staatsanwaltschaft bereit zu stellen.  

Im Bistum Hildesheim werden 46 Geistliche der sexuellen Belästigung beschuldigt, wobei die Fälle höchst unterschiedlich sind. Zehn dieser Beschuldigten leben noch. 153 Betroffene, davon 16 Frauen, haben sich gemeldet. Wilmer geht gegenüber dem Rundblick nicht so weit, dass er jetzt schon konkret die Offenlegung gegenüber Justizbehörden befürwortet. Ein Sprecher des Bistums sagte dem Rundblick, Bischof Wilmer lasse sich derzeit beraten, wie eine Öffnung der Unterlagen konkret aussehen könne. Er werde mit Fachleuten über den richtigen Weg beraten, in welcher Form dies möglich werde.