08.10.2015

Missio-Gast Father Anthony Makunde berichtet von Leben und Glauben in Tansania

„Hier gibt es Hilfe für Leib und Seele“

Pfarrer Anthony Makunde berichtet zum Weltmissionssonntag in Schulen und Gemeinden des Bistums von Leben und Kirche in seiner Heimat Tansania.

Father Anthony Makunde ist Gast im Bistum Hildesheim. Foto: privat

Pfarrer Makunda ist ein entschiedener Befürworter „Kleiner Christlicher Gemeinschaften“ (KCG). Sie bestehen in Tansania aus acht bis zwölf Familien, die gemeinsam ihren Glauben leben. Bereits seit den 70er-Jahren gibt es KCGs in dem ostafrikanischen Land. „Sie sind der Mittelpunkt aller Aktivitäten in der Pfarrgemeinde“, erklärt Makunde, der in seiner Gemeinde mit 19 Außenstationen froh ist über die Mitarbeit der Katechisten und KCG-Leiter. Neben der Gestaltung geistlichen Lebens in der Nachbarschaft ist die KCG auch ein Ort, um ganz konkrete Hilfe zu organisieren, beispielsweise bei Krankheit oder Hunger.

Für den früheren Generalsekretär der Tansanischen Bischofskonferenz steht fest: Es reicht nicht, die KCGs als Angebot für die Laien zu fördern. „Manchmal lehnen wir uns zurück und sind damit zufrieden, dass sie aktiv sind“, kritisiert er. Seine Idee ist, die KCGs als eine lokale Kirche zu entwickeln. „Keine Kirche für die Laien, sondern eine Kirche der Priester, Ordensleute und Laien“, betont Makunde. „Administrative Aufgaben, Kollekte oder Putzdienst – dafür sind die Kleinen Christlichen Gemeinschaften nicht da. Sie sind keine Komfortzone der Priester. Das ist nicht unsere Vision.“

Deshalb ist die Einbeziehung der Priester und Ordensleute auch eine Herausforderung für den 52-jährigen, gerade auch in seiner Eigenschaft als Diözesankoordinator für die Weiterbildung der Priester, Ordensleute und Laien der Diözese Mbeya im Westen Tansanias.

Wichtig sind ihm die Stärkung der Laien und die Ausbildung der Katechisten. Ihre bislang zweijährige Ausbildung musste wegen fehlender finanzieller Mittel auf drei Monate verkürzt werden. „Insgesamt ist der Wissensstand der Laien sehr niedrig“, erklärt Makunde. Gerade auf dem Land sei es schwer, Zugang zu Unterrichtsmaterial zu bekommen; viele könnten zudem kein Englisch lesen. Deshalb appelliert er: „Die Laien brauchen unsere Unterstützung.“