14.04.2016

Rat Dr. Christian Hennecke und Christiane Müßig besuchen alle Pfarreien des Bistums

119 Besuche in zwei Jahren

Das zeugt nicht nur von pastoralem, sondern wohl auch von sportlichem Ehrgeiz – im positiven Sinne: Generalvikariatsrat Dr. Christian Hennecke und Pastoralreferentin Christiane Müßig besuchen alle Gemeinden des Bistums. Absicht der Tour de Pfarrei: ins Gespräch kommen.

Ganz schön groß ist das Bistum Hildesheim – in etwa so wie Belgien. Pastoralreferentin Christiane Müßig und der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Generalvikariat, Rat Dr. Christian Hennecke werden alle 119 Pfarreien des Bistums besuchen. Foto: Wala

Daran lässt der Leiter der Hauptabteilung Pastoral im Generalvikariat, Rat Dr. Christian Hennecke, keinen Zweifel: „Das Bistum und die Pfarreien befinden sich in einem massivem Umbruchs­prozess.“ Ging es in den vergangenen Jahren vordergründig um das Zusammenführen von Pfarreien und das Einstufen von Kirchgebäuden, geht es für Hennecke jetzt um eine andere entscheidende Frage: „Wie können und wollen wir morgen noch vor Ort Kirche sein?“ Der Prozess, der mit dieser Frage verbunden ist, hat im Bistum einen Namen: Lokale Kirchenentwicklung.

Keine Strukturdebatte, sondern geistlicher Weg

Die Antwort auf die Frage nach dem Morgen der Kirche führt für Hennecke nicht über erneute Strukturdiskussionen, sondern über einen geistlichen Weg. Natürlich zeichne sich ab, dass sich die Rolle von Priestern und Hauptamtlichen verändert: „Sie werden nicht mehr eine Gemeinde in klassischer Weise versorgen können.“ Es könne auch nicht darum gehen, das traditionelle Bild von Kirche aufrecht zu erhalten: „Es geht darum, zu entdecken, wie Gott heute Menschen bewegt und berührt.“

„Grundlage des Weges Lokaler Kirchenentwicklung ist es, zunächst auf das zu schauen, was Kirche vor Ort und in ihrer Vielfalt an Stärken besitzt“, ergänzt Christiane Müßig,  die im Generalvikariat den Prozess der Lokalen Kirchenentwicklung betreut. Der Blick auf die Vielfalt eines Ortes ist die Basis, auf der Vorhandenes wachsen und Neues entstehen kann – vor allem wenn der Horizont über den eigenen Kirchturm geweitet wird.
Hennecke und Müßig sind sich bewusst, dass eines nicht reicht: Die Idee der Lokalen Kirchenentwicklung in Broschüren aufzuschreiben und zu verschicken. „Wir möchten nun Interessierte in den Pfarreien einladen, intensiver über dieses Thema nachzudenken“, betont Hennecke. Und er bietet an, darüber mit ihm und Christiane Müßig ins Gespräch zu kommen.

Daher wollen beide alle 119 Pfarreien des Bistums besuchen – im Laufe der kommenden zwei Jahre. Adressat dieser Einladung: nicht nur die Hauptamtlichen, sondern Vertreter der Räte, der Verbände und Einrichtungen einer Pfarrei wie Kindergärten, Altenheime oder der Caritas. Mehr noch – die Einladung gilt für alle, denen die Zukunft einer Pfarrei förmlich unter den Nägeln brennt.

Blick auf Herausforderungen und Stärken einer Pfarrei

Für einen gut zweistündigen Abend wollen Müßig und Hennecke in die Gemeinden kommen. Gemeinsam soll ein Blick auf die Situation vor Ort geworfen werden: Wo liegen Herausforderungen und Stärken, wo werden Angebote nur noch mühsam aufrechterhalten?  Lokale Kirchenentwicklung ist kein fertig ausgearbeiteter Plan, sondern „eine Idee, die wir teilen möchten“, betont Hennecke. Das erfordere auch eine andere Sicht auf das Handeln von Christen und die Frage, wie sie heute das Evangelium verkünden können.

Noch eines soll dieser Abend bringen: „Wir bieten unsere Unterstützung  und Hilfe an“, sagt Christiane Müßig. Welche Ideen und Absichten gibt es in einer Gemeinde, die unterstützt werden müssen? Was kann kirchliches Leben zukünftig zur Geltung bringen?

Die erste Etappe der Tour de Pfarrei führt Hennecke und Müßig in die Südregion. Der Hintergrund: Am 18. Juni wird in Göttingen ein Regionalkongress zur lokalen Kirchenentwicklung stattfinden. Sein Titel: „Inspiration-Charisma-Evangelium: Vertrauen zum Aufbruch.“ Für Christiane Müßig eine gute Gelegenheit über Pfarreigrenzen in Verbindung zu treten. Denn auch davon lebt Lokale Kirchenentwicklung.

Rüdiger Wala