14.06.2012

Domsanierung

Alte Schätze noch schöner machen

Rund 97 000 Haushalte im Bistum Hildesheim erhalten in diesen Tagen Post vom emeritierten Hildesheimer Weihbischof und Domdechant Hans-Georg Koitz. Er bittet darin um eine Spende zugunsten der Hildesheimer Domorgel beziehungsweise um Unterstützung der Sanierung des Domtaufbeckens.

Der Finanzierungsplan für die Sanierung des Hildesheimer Mariendoms sieht vor, dass 2,3 Millionen Euro durch Spenden aufgebracht werden sollen. Hinter dieser Summe verbergen sich eine Vielzahl unterschiedlicher Spendenaktivitäten und Maßnahmen des Fundraisingbüros. Einige davon richten sich ganz ausdrücklich an die Katholiken im Bistum. So auch der Brief des Weihbischofs, der in diesen Tagen vom Bistum in Kooperation mit dem Dombauverein versendet wird.

Der Weihbischof schreibt jedoch nicht allen das Gleiche. Etwa 90 000 Haushalte im Bistum, außer dem Untereichsfeld, werden um eine Spende für die Domorgel gebeten. „Bringen Sie die Domorgel gemeinsam mit uns zum Klingen“, bittet Koitz in seinem Brief. Er erinnert daran, dass eine klassische Pfeifenorgel noch immer hauptsächlich in Handarbeit entsteht. „Für Sanierung und Umbau der Orgel wurde ein Konzept entwickelt, das erlaubt, den weitaus größten Teil des Pfeifenmaterials der alten Domorgel zu überarbeiten und klanglich an den neu entstandenen Raum angepasst wieder zu verwenden“, erklärt der Weihbischof. Dadurch könnten die Kosten – rund 1,14 Millionen Euro – in einem vertretbaren Rahmen gehalten werden.

Das Taufbecken des Domes

Andere Nachrichten erhalten etwa 7000 Haushalte im Untereichsfeld, das traditionell sehr katholisch geprägt ist. Von dort erhofft sich das Bistum Unterstützung für die Sanierung des bronzenen Domtaufbeckens, „eines der prachtvollsten, die uns aus dem Mittelalter erhalten geblieben sind und daher Teil des Weltkulturerbes“, wie es in dem Brief heißt. Nach der Sanierung des Domes soll es nach Koitz‘ Worten einen hervorgehobenen Platz in der Mitte des Kirchenschiffes bekommen und so die Bedeutung der Taufe herausstellen.

Den Briefen zur Domorgel liegt ein Flyer bei, der über die Möglichkeit einer Orgelpatenschaft informiert. Für 4651 Pfeifen der Haupt- und der neu zu bauenden Chororgel sucht das Bistum nämlich Paten, die einen Beitrag von 20, 50, 100, 500 oder 1000 Euro leisten und damit die Sanierung der Orgel unterstützen. Paten können sich auch alle Pfeifen einer bestimmten Klangfarbe – eines sogenannten Registers – sichern. Jeder Orgelpate hat das Recht, seinen Namen in einer repräsentativen Patenschaftsrolle zu ver­ewigen, die in die neue Domorgel eingebracht wird. „So wird künftigen Generationen von der Großzügigkeit der Paten berichtet“, heißt es in dem Text. Eine solche Patenschaft eignet sich auch als Geschenk oder zum Andenken an Verstorbene.

Der Hildesheimer Dom ist seit Januar 2010 geschlossen und wird bis zum 1.200 Geburtstag von Bistum und Stadt Hildesheim im Jahre 2015 grundlegend saniert. Außerdem baut das Bistum in der angrenzenden Antoniuskirche ein neues Dom-Museum, das den reichen Domschatz zeigen wird, der neben dem Dom und der evangelischen Michaeliskirche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Wiedereröffnung des Doms ist für 15. August 2014 geplant. (bph)

Weitere Informationen unter www.domsanierung.de.