03.04.2011

KiZ-Tipp: Laetare-Spende in Verden

Das Vermächtnis des Seeräubers

1600 Heringe. 530 Brote. Jahr für Jahr verteilt: an Arme, an Geistliche und an städtische Beamte. Und das seit 1602. Immer an einem Montag in der MItte der Fastenzeit ist es Zeit für die Laetare-Spende in Verden.

Seit 1602 werden in Verden Heringe und Brot verteilt – immer am Montag nach dem Laetare-Sonntag. Foto: Bildarchiv der Stadt  Verden
Seit 1602 werden in Verden Heringe und Brot verteilt – immer am Montag nach dem Laetare-Sonntag. Foto: Bildarchiv der Stadt  Verden

 „Laetare“ – übersetzt: „freue dich“ – markiert in der christlichen Tradition die Mitte der Fas­tenzeit. Ob ein gewisser Klaus Störtebecker, seines Zeichens Freibeuter, das im Sinn hatte, als er ein Vermächtnis schuf? Der Legende nach hat der Anführer der Vitalienbrüder verfügt, dass jährlich am Montag nach dem Sonntag Laetare 530 Schwarzbrote aus zwölf Himpten Hannoversches Maß Roggen (300 Kilogramm) und 1600 Salzheringe (vier Fässer) verteilt werden sollen.

Dafür schenkte er dem Dom sieben Fenster und den Bürgern der Stadt einen Sack voll Geld. Und das im Angesicht des Todes: kurz vor seiner Hinrichtung, auf dem Hamburger Grasbrook im Jahre 1401.

Sicher, eine Legende: Verbürgt ist aber, dass seit 1602 genau jene Menge an Fisch und Brot in Verden verteilt wird. Schon damals wird es ein besonderes Spektakel gewesen sein – wenn auch anders als heute.

Klaus Störtebecker selbst wird wie jedes Jahr Brot und Hering auf den Rathausplatz bringen. Dort erwarten ihn politische Ehrengäste, mit denen er die Spende unters Volk bringen wird. 

Nach der Speisung der Massen ziehen sich Ehren- und weitere geladene Gäste zu einem Fischbüfett zurück. In früheren Zeiten war das Mahl etwas karger. Aber stets wurden dabei Spenden gesammelt. Mit diesem Geld wurden sechs soziale Projekte unterstützt.

Rüdiger Wala

 

Informationen:

Tourist-Information, Große Straße 40, 27267 Verden (Aller), Telefon 0 42 31 / 123 45, E-Mail: touristik@verden.de, Internet: www.verden.de