08.05.2011

KiZ-Tipp: Aufstieg auf den St.-Andreas-Turm in Hildesheim

Der Koloss von Hildesheim

Das Erste, was man von Hildesheim aus der Ferne sieht, ist der Kirchturm von St.-Andreas. 114,5 Meter ragt er in den Himmel und ist damit der höchste in Niedersachsen. Der Aufstieg auf seine Aussichtsplattform in 72 Metern Höhe ist ein Erlebnis.  Ina Funk hat es gemacht.

Da geht es hoch: der Turm der St.-Andreas-Kirche. Foto: Funk
Da geht es hoch: der Turm der St.-Andreas-Kirche.                Foto: Funk

Hildesheim. Als ich vor der Kirche stehe, verliere ich den Mut und zweifle an meinem Plan: 364 Treppenstufen sollen zur Aussichtsplattform führen. Mir kommt es vor, als wolle ich den Mount Everest besteigen. Hinauf geht es am Anfang auf einer engen steinernen Wendeltreppe. Der Treppenaufgang ist so schmal, dass meine Tasche an der Wand entlangscheuert.

Verschnaufen kann ich erst in 28 Metern Höhe. Hier befindet sich die erste Aussichtsplattform – ein großer Raum, der sogar für Feiern gebucht werden kann. Die kleine Pause tut mir gut, denn meine Beine sind spürbar schwerer geworden und ich bin ganz schön außer Puste.

Von hieraus gehe ich über Eisentreppen weiter meinem Ziel entgegen. 44 Meter über dem Boden komme ich am Glockenstuhl und den vier Glocken vorbei. Auch hier gibt es Bänke zum Ausruhen. Daneben hängt ein Automat. Ich werfe 50 Cent hinein und die riesigen Glocken werden für ein paar Minuten beleuchtet. Ein faszinierender Anblick.

Dann geht’s weiter, vorbei am Uhrwerk, immer die schmaler werdenden Treppen hinauf. Je höher ich komme, desto spitzer und enger wird das Turmdach. Weit kann es also nicht mehr sein. Inzwischen läuft mir der Schweiß von der Stirn, meine Gesichtsfarbe muss sich in ein knalliges Rot verwandelt haben – so fühlt es sich jedenfalls an.

Auf der Aussichtsplattform angekommen, vergesse ich sofort die Strapazen. 72 Meter über dem Boden sieht die Stadt ganz anders aus: Alles wirkt winzig. Der Dom und die Michaeliskirche verlieren sich zwischen den Häusern. Von hier aus kann ich Hannover und den Brocken sehen.

Erst hier oben wird mir bewusst, was für ein gewaltiges Bauwerk die St.-Andreas-Kirche ist. Ihr Grundbau stammt von 1038. In dieser romanischen Kirche wurde übrigens Bischof Godehard aufgebahrt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude nach dem Willen von Hildesheimer Bürgern nach gotischer Art aus- und umgebaut. Anfang des 16. Jahrhunderts war ein 118 Meter hoher Turm geplant. Doch erst 300 Jahre später entstand der imposante Turm. Seit 1995 können Besucher ihn nun erklimmen.

Mein Fazit nach dem fast acht-minütigem Aufstieg: Das ist für jeden Hildesheim-Besucher ein Muss. Und der Ausblick ist Grund genug für diesen Atem raubenden Aufstieg.

Geöffnet ist der Turm (Andreasplatz) vom 1. April bis 31. Oktober 2011. Montag bis Samstag: 11 bis 16 Uhr, letzter Einlass: 15.30 Uhr. Sonntag und Feiertag: 12 bis 16 Uhr, letzter Einlass: 15.30 Uhr
Eintritt: Erwachsene: 1,70 Euro, Kinder, Schüler: 1,20 pro Person
Infos unter Telefon: 0 51 21/1 79 80 (Touristeninformation).