21.09.2011

KiZ-Tipp: Basilika St. Johannes in Süpplingenburg

Die Kirche der Templer

Feierlicher Einzug, drei Schläge mit dem Schwert, ein Wangenstreich, dann heißt es: „Erhebt euch, Ritter.“ Eine Szene wie vor 900 Jahren - doch immer noch aktuell. In der Kirche St. Johannes in Süpplingenburg nehmen die Templer neue Ritter und Damen in ihren Orden auf.

Der „Souveräne Orden der Ritter Christi vom Tempel zu Jerusalem“, wie der heute ökumenische Laienorden heißt, tut dies auf geschichtlichem Grund. Denn die Kirche St. Johannes gehörte einst den Tempelrittern – bis zum Handstreich des französischen Königs Philipp IV., der 1307 zur Auflösung des Ordens führte. Ein Schauprozess gegen den letzten Großmeister des Ordens, Jacques de Molay, beendete auf dem Scheiterhaufen zwei Jahrhunderte Templergeschichte.
Fast ebenso lange gehörte St. Johannes dem Orden. Von 1130 bis 1135 ließ Kaiser Lothar III. auf seiner Stammburg Süpplingen eine flachgedeckte romanische Basilika mit einer Doppelturmanlage erbauen und schenkte sie den Templern. Die Komturei Süpplingenburg wurde eines der bedeutenden Ordenshäuser, da viele Mitglieder der herzoglich-braunschweigischen Familie Heinrichs des Löwen den Templern beitraten. Nach der Auflösung des Ordens ging die Komturei 1357 in die Hände der Johanniter über und verblieb dort bis 1820. Seither ist St. Johannes evangelische Gemeindekirche.
Im Gotteshaus finden sich Spuren der Templer – aus mittelalterlichen wie neuzeitlichen Tagen.  Das Deckengewölbe ist mit dem charakteristischen Krukenkreuz der Templer verziert. Vom Wirken der heutigen Templer zeugt ein neuer Ordensleuchter. Eine Besichtigung der Kirche ist nach vorheriger Anmeldung möglich.
Rüdiger Wala
 
Kontakt: St. Johannes, Kaiser-Lothar-Str. 13, 38376 Süpplingenburg, Telefon: 0 53 55/19 14