13.08.2014

Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms

"Die Tür steht offen…"

Bischof Norbert Trelle lädt die Menschen aus dem Bistum in den Hildesheimer Dom ein:

„Liebe Schwestern und Brüder! Ich bin gespannt und voller Vorfreude. Drei Schläge mit dem Hirtenstab von Bischof Godehard an die Bernwardstür. Dann öffnen sich uns allen endlich die Tore – für den Dom und für unser Bistumsjubiläum.

Ein heller, lichter Raum tut sich auf – ein Raum, der den Besucher freundlich empfängt. Bald werden viele „ihren“ Platz im Dom gefunden haben: einem Ort, an den sie immer wieder gern zurückkehren – um an dieser Stelle zu beten, um Ruhe zu finden, um im Gottesdienst hier zu sitzen oder um einfach einmal durchzuatmen. Viele solcher Orte bieten sich an im Dom: die neu gestaltete Krypta, die seit Jahrhunderten das Ziel von Pilgern ist, die Sakramentskapelle, die zum stillen Gebet einlädt oder ein Platz in der Nähe der großen romanischen Kunstwerke. Die Art und Weise, wie diese Schätze – allesamt Glaubenszeugnisse ihrer Zeit – angeordnet sind, geben dem Innenraum des Domes eine große Klarheit. Das neue leuch­tende Kreuz aus Bergkristall in der Mitte der Apsis fällt in den Blick und bietet den Menschen, die auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens sind, eine Antwort: die Hoffnung auf Christus.

Wenn sich am 15. August endlich wieder Menschen versammeln, um im Dom Gottesdienst zu feiern, erfüllt er einen doppelten Sinn – wie es das Zweite Vatikanische Konzil fordert: Der Mariendom dient der Liturgie und ist zugleich ein Verweis darauf, dass uns der Himmel offensteht.

Die ganze Festwoche, die wir zur Wiedereröffnung des Domes feiern, ist wie ein Journal, das verschiedene Akzente unseres Jubiläumsjahres andeutet: feierliche Gottesdienste, ansprechende Konzerte, unsere ökumenische Verbundenheit, unser karitatives Engagement und vor allem die gemeinsame Freude und Zusammengehörigkeit im ganzen Bistum.

Am Sonntagmorgen wird mit Gottesdiensten in allen Pfarrgemeinden des Bistums die Eröffnung des Bistumsjubiläums gefeiert. Dazu werden die Jubiläums-Weihrauchschale und etwas von dem Weihrauch, der auch bei der Altarweihe im Dom verwendet wurde, zum Einsatz kommen. Weihbischof Dr. Schwerdtfeger, Weihbischof Bongartz, Generalvikar Dr. Schreer und ich werden an diesem Morgen in die äußersten Ecken unseres Bistums fahren, um mit den Gemeinden dort Gottesdienst feiern.

Wenn wir in unser Jubiläumsjahr eintreten, sind wir weiterhin umgeben von der Welt, in der wir leben. Mit Betroffenheit verfolge ich in diesen Tagen die Nachrichten, die uns aus dem Heiligen Land und aus dem Irak erreichen. Unser Jubiläum nehme ich daher zum Anlass, ein Flüchtlingsprojekt ins Leben zu rufen, damit Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten, geholfen werden kann. Herzlich bitte ich Sie  um Ihre Unterstützung und vor allem um Ihr Gebet für alle, die im Nahen Osten von Krieg und Verfolgung bedrängt werden.

Das, was unseren neu gestalteten Dom ausmacht, sollte im Jubiläumsjahr auch unsere Gemeinden prägen: eine Transparenz, die offen ist für das, was in der Welt geschieht, und eine helle Atmosphäre, die die Menschen einlädt, mit ihren Sorgen und mit ihrer Hoffnung zu uns zu kommen.

Liebe Schwestern und Brüder! Seien Sie herzlich willkommen in Ihrem Mariendom. Ich grüße Sie mit dem alten Wahlspruch einer unserer Ordensgemeinschaften: porta patet – magis cor: Die Tür steht offen – mehr noch das Herz!“

Ihr Bischof + Norbert