16.09.2013

Metropolitan Museum of Art zeigt Hildesheimer Kunstwerke

Domschätze in New York

Rund 50 Exponate des Hildesheimer Domschatzes sind in einem der größten und meistbesuchten Museen der Welt zu sehen. In einer Sonderausstellung präsentiert sie das Metropolitan Museum of Art (Met).

Das Taufbecken aus dem Hildesheimer Dom im Metropolitan Museum in New York. Foto: Gerhard Lutz
Das Taufbecken aus dem Hildesheimer Dom im
Metropolitan Museum in New York. Foto: Gerhard Lutz

Der Hildesheimer Domschatz gehört zu den weltweit bedeutendsten und besterhaltenen mittelalterlichen Schatzsammlungen. Von der Einmaligkeit und Schönheit der Gold- und Silberschmiedewerke, der Handschriften und anderer Kostbarkeiten können sich nun die Museumsbesucher in New York überzeugen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der heilige Bischof Bernward von Hildesheim (960–1022). Bernward war einer der größten Kunstmäzene des Mittelalters und brachte eigene Vorstellungen in den kreativen Schöpfungsprozess ein.

Auf die Reise nach New York haben sich einige der wertvollsten Objekte des Domschatzes gemacht, darunter das Bernward-Kreuz, die  Goldene Madonna oder das Taufbecken aus dem Dom. Letzteres, eine Arbeit aus dem 13. Jahrhundert, traf zuerst in New York ein und ist in einem besonderen Raum aufgestellt.

"Das Metropolitan Museum besitzt eine lange Tradition bedeutender Ausstellungen aus Leihgaben mittelalterlicher Kunstschätze”, sagte Campbell und nannte als Beispiele frühere Schauen mit Schätzen aus San Marco in Venedig, der Abtei von Saint-Denis oder dem Vatikan. “Die Leihgaben aus Hildesheim stechen jedoch selbst in diesem glanzvollen Kontext hervor”, so Campbell bei der Eröffnung. 

Der Museumsdirektor ist begeistert: „Die Reliquienschreine aus dem 12. Jahrhundert und die bronzenen Gusswerke aus dem frühen 13. Jahrhundert gehören zu den erlesensten existierenden Werken aus dem Mittelalter.“ Campbell ist stolz, diese Ausstellung im Jubiläumsjahr seines Hauses präsentieren zu können: The Cloisters, die Abteilung des MET für die Kunst und Architektur des mittelalterlichen Europas, feiert in diesem Jahr ihr 75-jähriges Bestehen. Ein weiteres Glanzlicht der Schau: Der Ausstellungskatalog in englischer Sprache über Hildesheim und seinen Schatz.

Auch die Hildesheimer Delegation, die zur Ausstellungseröffnung nach New York gekommen war, zeigte sich stolz auf die überwältigende Resonanz der Amerikaner. Weihbischof em. und Domdechant Hans-Georg Koitz und Professor Dr. Michael Brandt, der Direktor des Dommuseums Hildesheim, sind sich einig: “Es ist uns eine Ehre und große Freude mitzuerleben, wie respektvoll und ehrfürchtig unser Hildesheimer Domschatz hier in Amerika gewürdigt wird.” Die Schau sei die Frucht einer jahrelangen hervorragenden Zusammenarbeit zwischen dem Dommuseum und dem MET und lasse auch für die künftige Kooperation hoffen.

Koitz und Brandt standen anlässlich der Ausstellung mitten in New York vor der Trinity-Church, einer der bekanntesten Kirchen der Stadt, dem ARD-Auslandsstudio Rede und Antwort. Brandt: “Ich bin stolz, dass unseren wirklich einmaligen Schätzen hier so eine hohe Anerkennung gezollt wird.” Und Weihbischof Koitz ergänzte: “Ich wünsche der Ausstellung viele interessierte und begeisterte Besucher.”

Der Beitrag über die Ausstellung der Hildesheimer Domschätze in New York war in der Sendung „Hallo Niedersachsen“ im NDR sowie den Tagesthemen der ARD zu sehen.

Im Zuge der umfassenden Sanierung des Hildesheimer Domes zum 1200-jährigen Bistumsjubiläum 2015 wird auch das Dommuseum umgebaut und neu gestaltet. Die Eröffnung ist für das Frühjahr 2015 geplant.

bph/kiz

 
Informationen gibt es im Internet:

 

Reaktionen der internationalen Presse:

 

Die Ausstellung "Medieval Treasures from Hildesheim - Mittelalterliche Schätze aus Hildesheim" war vom 17. September 2013 bis zum 5. Januar 2014 im Metropolitan Museum of Art in New York zu sehen.

Unter anderem ausgestellt waren die folgenden Kunstwerke:

  • Bernward-Kreuz:
    Eines der schönsten und kostbarsten Zeugnisse der Gold- und Silberschmiedekunst der ottonischen Zeit. Es ist nach 1007 und vor 1022 entstanden. Hervorzuheben ist besonders das außergewöhnlich gestaltete Lendentuch des Gekreuzigten.
  • Das kleine Bernward-Evangeliar:
    Die Buchseiten entstanden im letzten Drittel des neunten Jahrhunderts, der kostbare Einband um 1000 (Rückseite) beziehungsweise in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Das Manus­kript selbst geht auf Bernward zurück. In der New Yorker Ausstellung werden nur die Buchdeckel zu sehen sein. Sie sind unter anderem mit Elfenbein und Bergkristall verziert.
  • Die Goldene Madonna:
    Eine der ältesten dreidimensionalen Mariendarstellungen des Westens ist vor 1022 entstanden. Sie besteht aus mit Gold und Edelsteinen verziertem Lindenholz. Heute sind nur noch die Torsi der Madonna und des Kindes erhalten. Es ist eine der bedeutendsten erhaltenen mittelalterlichen Muttergottesskulpturen.
  • Ringelheimer Kruzifix:
    Um 1000 entstanden, ist dieses Kruzifix eines der zentralen erhaltenen Stücke aus ottonischer Zeit. Das Besondere: Der nach dem Verlust des Kreuzes frei schwebende Corpus Christi zeigt nicht den Todesqualen leidenden Gekreuzig­ten, sondern strahlt den Frieden des Auferstandenen aus. So wurde das Kreuz zum Triumphsymbol für Jesu Sieg über den Tod.
  • Taufbecken:
    Das sonst im Hildesheimer Dom aufgestellte Taufbecken gehört zu den ikonografisch reichsten seiner Art. Es entstand um 1226 und ist eines der wertvollsten Zeugnisse des Hohen Mittelalters. Hervorzuheben ist die Darstellung der Paradiesflüsse sowie biblischer Szenen wie der Taufe Christi oder der Teilung des Roten Meeres durch Moses.