20.03.2011

KiZ-Tipp: Stabkirche in Hahnenklee

Ein Gotteshaus ganz aus Holz

Auf einem Berghang, oberhalb des Kurortes Hahnenklee, steht die einzige Stabkirche in Deutschland – eine Holzkirche, die es sonst nur in Norwegen gibt.

Gilt als eines der schönsten Gotteshäuser in Deutschland: die Stabkirche von Hahnenklee.  Foto:  Kirchengemeinde Hahnenklee-Bockswiese
Gilt als eines der schönsten Gotteshäuser in Deutschland: die Stabkirche von Hahnenklee.  Foto:  Kirchengemeinde Hahnenklee-Bockswiese.

Hahnenklee (if). Die Wikinger waren die Ersten, die Stabkirchen errichteten und dabei viele Elemente aus dem Schiffsbau einfließen ließen. Auch in Hahnenklee ist die Seemannstradition allgegenwärtig: Die großen Fenster unter dem Dachfirst sehen aus wie Bullaugen. Von der Decke im Innenraum hängt ein großer Kronleuchter, der einem Steuerrad gleicht.

Heidnische Symbole wie Drachenköpfe oder Schlangen, typisch für skandinavische Kirchen, sind an und im ganzen Gebäude zu finden. Die zwölf Holzsäulen im Innenraum bilden die Grundkonstruktion der Kirche. Sie wurden ohne Nägel und Schrauben zusammengebaut. Im Unterschied zu norwegischen Stabkirchen ist der Glockenturm in Hahnenklee mit dem Kirchenschiff fest verbunden und dient als Aufgang zur Empore.

Doch wie kommt eine nordische Kirche in den Harz? Hahnenklee besaß zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen Betraum, der für die Gemeinde und die Kurgäste zu klein wurde. Die Landeskirche Hannover beauftragte Baurat Karl Mohrmann eine Kirche zu bauen. Er entschied sich für eine Holzkirche, weil sie sich der Oberharzer Landschaft anpasst. Als Vorbild diente Mohrmann eine Stabkirche im norwegischen Borgund, die er auf einer Studienreise gesehen hatte. In nur zehn Monaten zimmerten Harzer Handwerker das Gotteshaus aus Fichtenholz. Es wurde am 28. Juni 1908 geweiht.

Besonders in den 1960er- und 1970er-Jahren war die Stabkirche sehr beliebt bei  Hochzeitspaaren: bis zu 300 trauten sich hier pro Jahr. Heute finden hier, neben den Gottesdiensten, regelmäßig Lesungen, Konzerte, Basare und Ausstellungen statt.

Öffnungszeiten: Mai bis Oktober montags bis samstags: 10.30 bis 17 Uhr, sonntags: 9.30 bis 10.45 und 12 bis 17 Uhr. November bis April montags bis freitags: 11 bis 12.30 und  14  bis 16 Uhr samstags und sonntags: 11 bis 16 Uhr