11.09.2011

KiZ-Tipp: Römerlager Hedemünden

Geschichte voller Erde

Wer nach Hedemünden kommt, sollte eine Schaufel mitbringen. Denn mit etwas Glück stößt man beim Buddeln auf Römergut: Tonscherben, Nägel oder Münzen. Römerlager, die noch heute erhalten sind, gibt es viele – das in Hedemünden ist jedoch etwas ganz Besonderes.

Dolche und Münzen gehören zu den Fundstücken, die Wissenschaftler im Römerlager Hedemünden entdeckten. Foto: Dr. Klaus Grote

Hedemünden (sp). Um Christi Geburt marschierten römische Legionen nach Germanien. In Hedemünden ließen sich etwa 5000 von ihnen nieder und errichteten ein Lager. Die Römer waren clever: Strategisch günstig lag ihre Befestigungsanlage am Flussübergang des historischen Fernwegs von Nordhessen ins südniedersächsische Leinebergland.

Im Jahr 2003 wurde das Lager wieder entdeckt. Wissenschaftler waren sich einig über die Besonderheit: Das Römerlager in Hedemünden liegt ganze 200 Kilometer nördlich der eigentlichen römischen Grenzgebiete. Außerdem ist es das besterhaltene Militärlager nördlich der Alpen.

Wissenschaftler buddelten auf dem Gelände tief in der Erde und entdeckten etwa 1300 römische Metallgegenstände. Darunter auch Nägel, die die Legionäre in ihre Sandalen schlugen, damit diese zusammenhielten. Oder einen eisernen Legionärsdolch und eine 2000 Jahre alte Pionieraxt.

Das Lager ist in mehrere Bereiche eingeteilt, die unterschiedlich gut erhalten sind. Besucher sollten an wetterfeste Kleidung und gutes Schuhwerk denken, denn die Anlage ist sehr hügelig. Ein besonderes Erlebnis ist eine geführte Führung von einem „Römer“. Dieser macht nämlich auf interessante Dinge aufmerksam, auf die der Besucher womöglich gar nicht geachtet hätte.

 

Führungen durch das Römerlager:

Bis Oktober an jedem zweiten Samstag im Monat um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Parkplatz in Hedemünden (Am Rischenbach) . Die Führung dauert 90 Minuten, Erwachsene zahlen fünf Euro, zwei Kinder in Begleitung eines voll zahlenden Erwachsenen sind frei. Wetterfeste Kleidung wird dringend empfohlen.

 

Weitere Informationen:

Touristik Naturpark Münden, Telefon: 0 55 41 / 7 53 13 oder im Internet: www.hann.muenden-tourismus.de