29.08.2014

Einzigartige Ausstellung in der Dombibliothek

Handschriften interaktiv erleben

Eine Fülle von Handschriften sind im Besitz der Dombibliothek. Darunter gibt es wahre Kunstwerke, andere dagegen sind eher schlicht und unscheinbar. Sie alle bergen Informationen zur Geschichte von Bistum, Stadt und Kirche. In der Ausstellung „64“ werden diese Informationen jetzt zugänglich gemacht.

Romy Kunert und Christoph Koschinski haben dafür gesorgt, dass die wertvolle Handschrift hinter Glas bleiben kann und sich Besucher dennoch Informationen und Auszüge daraus am Bildschirm ansehen können. Fotos: Pohlmann

Um seinen Inhalt zu begreifen, muss ein Buch gelesen werden – und dazu gehört es, dass der Leser es durchblättern kann. Bei wertvollen Handschriften ist das jedoch  ein Problem. In Ausstellungen sind dann meist die prunkvollen und reich verzierten Seiten dieser Werke zu sehen. Bücher, die eher schlicht  gehalten sind oder nur Text beinhalten, bleiben meistens ganz außen vor. Der Inhalt von 64 historischen Werken, die einen Bezug zur Geschichte des Bistums haben, steht darum jetzt im Mittelpunkt bei der Ausstellung in der Hildesheimer Dombibliothek. Während des Bistumsjubiläums wird jede Woche ein Exemplar vorgestellt – mit einer computergestützten Präsentation.

„Touchscreen“ – die Steuerung eines Bildschirms durch die Berührung – ist zwar vielen Menschen mittlerweile durch Geräte im Bereich Telefon und Computer geläufig. Auch Informationsgeräte gibt es an vielen Orten wie Bahnhöfen oder Flughäfen. Doch im Bibliotheksbereich ist der Einsatz neu. „Dabei bietet dieses System die optimale Präsentationsform für unsere Handschriften“, erklärt Jochen Bepler, Direktor der Hildesheimer Dombibliothek.

Der Besucher kann sich die aufbereiteten Elemente in Ruhe ansehen – und sich am Bildschirm mit den Texten des jeweiligen Buches beschäftigen, das direkt daneben hinter Glas im Original zu sehen ist. In diesem interaktiven Geschehen liege der Reiz, sich auch mit den Inhalten zu beschäftigen, hofft Bepler.
Bei der Präsentation geht es nicht nur um die Bücher selbst. „Wir stellen auch die Bezüge zur Gegenwart her“, erklärt Romy Kunert. Die Handschriftenbibliothekarin hat sich für die Ausstellung auch in die Technik eingearbeitet. Der Bildschirm erfordert eine ganz spezielle Art der Programmierung. Fündig wurde sie bei einem in den Vereinigten Staaten entwickelten System,  das jedoch auf die Bedürfnisse der Hildesheimer Dombibliothek angepasst werden musste. Noch sind die Möglichkeiten nicht ausgereizt. Neben Texten wird es auch zu den Objekten passende historische oder aktuelle Bilder sowie Tonaufnahmen oder Videos geben.  

Den Auftakt machte die Godehardi-Handschrift, die Bischof Norbert Trelle erst kürzlich beim Abschied aus der Basilika St. Godehard der Gemeinde überreicht hat. Doch jede Woche gibt es ein neues Buch zu entdecken – insgesamt 64 verschiedene Werke werden so bis Ende kommenden Jahres zu sehen sein. 

Geöffnet hat die Dombibliothek (Domhof 4) dienstags bis freitags von 9 bis 16.30 Uhr.

Thomas Pohlmann

 

Fassade erstrahlt in eneum Glanz

Sowohl die Zeit als auch die nahe gelegene Dombaustelle hatten ihre Spuren an der Dombibliothek hinterlassen. Doch davon ist nach der jetzt erfolgten Fassadensanierung nichts mehr zu sehen. Schäden und Schmierereien an dem repräsentativen Gebäude gehören wieder der Vergangenheit an.

Die Natursteine wurden gereinigt, der Sockel trockengelegt,  Undichtigkeiten im Dachbereich beseitigt, die Entwässerung verbessert und schließlich der Putz ausgebessert und gestrichen.

„Die Fassade vermittelt einen ersten Eindruck von der Einrichtung – und wie dort mit Dingen umgegangen wird“, erklärt Bibliotheksdirektor Jochen Bepler. Darum ist er zufrieden, dass die Dombibliothek die Sorgfalt im Umgang mit den wertvollen Büchern im Inneren auch wieder nach außen ausstrahlt.