08.05.2013

Bistum schließt die Jugendbegegnungsstätte in Diekholzen-Egenstedt

Haus Röderhof wird aufgegeben

Am 30. November ist Schluss: Dann wird die Jugendbegegnungsstätte Haus Röderhof in Diekholzen-Egenstedt geschlossen.

Idyllisch liegt die Jugendbegegnungsstätte Haus Röderhof in der Nähe von Diekholzen. Ende November wird die Einrichtung geschlossen. Foto: Pohlmann
 

„Grund sind die mangelnde Belegung und ausstehende Sanierungsmaßnahmen, die für den Weiterbetrieb erforderlich wären“, sagt Diözesanjugendseelsorger Martin Wilk. Die Entscheidung des Bistums sorgt vor allem bei den langjährigen Nutzern für Ärger.

Seit 65 Jahren ist die Gemeinde St. Maria in Sehnde im Sommer zu Gast auf dem zum Haus gehörigen Zeltplatz. „Wir hatten vor Kurzem nur gehört, dass Anmeldungen für 2014 nicht mehr angenommen werden“, berichtet Andreas Janizki, der das Lager seit vielen Jahren für die Gemeinde mitorganisiert.  Die Schließung sei ein „Schlag ins Gesicht“ für die vielen Ehrenamtlichen. Zahlreiche Schulklassen sowie Kinder- und Jugendgruppen haben eine schöne Zeit in der Jugendbegegnungsstätte verbracht. Da hängt viel Herzblut an der Einrichtung. Das weiß auch der Diözesanjugendseelsorger.

Haus ist nur zu einem Drittel belegt

Doch das Haus Röderhof ist im Laufe eines Jahres nicht einmal zu einem Drittel belegt. Und dringend notwendige Reparaturen stehen an: „Vor allem das Dach müsste erneuert werden“, sagt Diözesanjugendseelsorger Martin Wilk. Allein die notwendigsten Maßnahmen würden rund eine halbe Million Euro kosten. Um gar beim Komfort einen allgemein üblichen Standard zu erreichen, wären Baumaßnahmen mit Kosten in Millionenhöhe erforderlich. „Nur dann könnten wir auch neue Nutzerkreise ansprechen“, erklärt der Diözesanjugendseelsorger.

Derzeit verfügt das Haus Röderhof in drei getrennten Gebäudeteilen über 48 Betten in Mehrbettzimmern sowie einen Zeltplatz und eine kleine Kapelle. Es hat einen einfachen Sanitärstandard – mit Duschen, Waschräumen und Toiletten auf den Fluren.

Kritik an einem höheren Komfort kennt Wilk sehr wohl: „Natürlich gibt es Gruppen, die ihn nicht brauchen“. Doch davon gibt es nicht genügend, denn auch der laufende Betrieb selbst ist defizitär. Nur durch einen Zuschuss des Bistums werden beispielsweise die Kosten für das Personal aufgefangen. Vor diesem Hintergrund hat das Bistum die Entscheidung getroffen, nicht mehr in das Haus zu investieren und den Betrieb Ende November einzustellen.

Stärkere Nutzung des  Wohldenbergs geplant

Organisatorisch gehört die Einrichtung bereits seit etlichen Jahren zum Haus Wohldenberg, der zentralen Jugendbildungsstätte des Bistums Hildesheim. Dort sollen künftig auch die Gruppen untergebracht werden, die bislang den Röderhof nutzen. „Wir überlegen derzeit, was wir auf dem Wohldenberg verändern können und müssen, um den Bedürfnissen Rechnung zu tragen“, sagt Wilk. Die diözesane Bildungsstätte soll weiter profiliert werden. 

Ob alle Gruppen das mitmachen, wird die Zukunft zeigen. In Sehnde wird es darüber jedenfalls Diskussionen geben. „Es ist auf jeden Fall ein Einschnitt. Viele langjährig Engagierte werden das nutzen, um ihre Mitarbeit zu beenden“, ist sich Janizki sicher.

Was mit der Jugendbegegnungsstätte Haus Röderhof passieren wird, soll bis zur Schließung geklärt werden. Die zwei fest angestellten Mitarbeiterinnen in Küche und Hauswirtschaft sollen in anderen Einrichtungen weiterbeschäftigt werden.

Thomas Pohlmann

Kommentare

Das Zeltlager Uelzen und deren Verantwortlichen sehen dieser Entscheidung des Bistums Hildesheim sehr kritisch entgegen. Der Wohldenberg wird nie das geben können wie der Röderhof, der für viele nach Jahren eine zweite Heimat ist. Dieser Einschnitt kann die Jugendarbeit in vielen Bereichen und Gemeinden erheblich beeinträchtigen, wenn nicht sogar beenden. Nach 15 Jahren im Röderhof will das auch die kath. Jugend Uelzen nicht akzeptieren. Das Bistum sollte sich mit den Hauptmietern, sprich den langjährigen Gruppen, zum Verhandeln offen zeigen.

Ich sehe das genau so. Die Schließung des Röderhofs würde bedeuten das das eine wunderbare unbeschwerte Zeit auf wunderschönen Ferienlagern vorbei sind. Für mich und viele von meinen Freunden die da waren hat vor allem die Gegend am besten gefallen Direkter Weg in den Wald und nicht weit bis zum nächsten Ort. Alles kann man zu Fuß erreichen. Dort ist alles einfach wunderschön ! Ich werde die Schließung auch nicht einfach hinnehmen. Ich hoffe es wird eine andere Lösung gefunden.