13.08.2013

Ministerpräsident besucht Dombaustelle

"Ich freue mich über kräftige Fortschritte"

Ein Jahr vor der Wiedereröffnung des Hildesheimer Doms besuchte der niedersächsische Minis­terpräsident Stephan Weil (SPD) die Dombaustelle. Der Schirmherr der Domsanierung machte sich ein Bild vom Stand der Bauarbeiten.  

Informationen aus erster Hand: (von links) Weihbischof Hans-Georg Koitz, Ministerpräsident Stephan Weil, Diözesanbaumeister Norbert Kesseler und Bischof Norbert Trelle. Foto: Deppe
Informationen aus erster Hand: (von links) Weihbischof
Hans-Georg Koitz, Ministerpräsident Stephan Weil,
Diözesanbaumeister Norbert Kesseler und Bischof
Norbert Trelle. Foto: Deppe

Bischof Norbert Trelle und Domdechant Weihbischof Hans-Georg Koitz begrüßten den Ministerpräsidenten und bedankten sich, dass er die Schirmherrschaft für das Projekt Domsanierung übernommen habe. Diözesanbaumeister Norbert Kesseler erläuterte Weil bei einem Rundgang den Stand der Arbeiten.

Über deren Fortschritte zeigt sich der Ministerpräsident im Interview mit der KirchenZeitung erfreut: 

Warum haben sie die Schirmherrschaft der Domsanierung übernommen?

Das habe ich – genau wie meine Vorgänger – sehr gern getan. Und ich freue mich darüber, dass der Hildesheimer Dom bei seiner Sanierung kräftige Fortschritte macht. Niedersachsen weiß sehr wohl, was es an den großen Volkskirchen hat. Sie haben Symbole, die für das ganze Land stehen. Und dazu gehört allemal auch der Hildesheimer Dom, der nicht umsonst Teil des Weltkulturerbes ist.

Haben Sie eine persönliche Beziehung zum Dom?

Ich erinnere mich noch, als ich als kleiner Junge zum ersten Mal mit meinen Eltern im Dom gewesen bin. Es ist mir deswegen in Erinnerung geblieben, weil es die mit Abstand größte Kirche war, die ich bis dahin gesehen hatte. Und im Laufe der Jahrzehnte hatte ich als Niedersachse immer wieder Berührung mit der Geschichte des Doms. Ich finde besonders die Geschichte vom Rosenstock anrührend, der den Bombenangriff überlebt hat und gewissermaßen aus dem Schutt herausgebuddelt werden musste, aber heute unverändert wächst, blüht und gedeiht.

Was für einen Stellenwert haben Weltkulturerbestätten wie der Dom und St. Michaelis für das Land Niedersachsen?

Ein Land wie Niedersachsen sollte sehr geschichtsbewusst sein. Wenn wir nicht wissen, woher wir kommen, können wir auch nicht gut wissen, wohin wir eigentlich wollen. Viele herausragende Baulichkeiten stehen für diese Geschichte. Und für die beiden herausragenden Hildesheimer Kirchen – der Dom und St. Michaelis – gilt das in ganz besonderer Weise. Sie sind ja gewissermaßen der steinerne Ausdruck einer Jahrhunderte alten Geschichte des christlichen Glaubens bei uns in Niedersachsen.

Warum beteiligt sich das Land finanziell an der Sanierung des Doms?

Solche ambitionierten Projekte können nur gelingen, wenn ganz viele ihren Beitrag dazu leisten. Dass die Sanierung des Doms in Hildesheim sehr aufwändig ist, wissen alle, die sich auch nur von Ferne mit diesem Vorhaben befasst haben. Kurzum: Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es auch ohne das Land gegangen wäre. Und im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen wir das Projekt sehr gerne.

Was verbinden Sie mit dem Leitwort der Domsanierung: Zukunft für das Erbe?

Der Dom in Hildesheim ist Teil unseres Erbes. Er ist Teil des Erbes der katholischen Kirche in Niedersachsen, aber auch Teil des Landeserbes. Ich wünsche mir sehr, dass der Dom noch viele Jahrhunderte oder gar Jahrtausende vor sich haben wird, als wichtiger Teil eines Landes und einer Region und den Menschen eine gute Heimat sein möge.

Was wünschen Sie dem Dom, wenn er in einem Jahr wiedereröffnet wird?

Eine unendlich lange Zukunft.

 

Fragen: Edmund Deppe