31.07.2011

KiZ-Tipp: Bardowick gehört zu den ältesten Orten Niedersachsens

Idylle neben der Ortsumgehung

Kaum zu glauben! Wer von einer dieser ewig gleichen Ortsumgehungen mit ihren Autohäusern, Tankstellen und Discountern abbiegt, findet in Bardowick bei Lüneburg eine Fülle von beschaulichen Plätzen, die er wohl kaum erwartet hätte.

Der Dom ist das Wahrzeichen von Bardowick bei Lüneburg. Foto: Branahl
Der Dom ist das Wahrzeichen von Bardowick bei Lüneburg.
Der Ort war einst wichtiger Handelsplatz. Foto: Stefan Branahl

Bardowick (sbr). Nein, fangen wir mal nicht mit dem Dom an, dem Wahrzeichen für einen der ältesten Orte Niedersachsens. Machen wir zuerst einen Abstecher zum Nikolaihof, einem der schönsten Plätze im Ort. Die mittelalterliche Wohnanlage aus dem 13 Jahrhundert liegt idyllisch in einem Eichenwäldchen. Das hervorragend erhaltene und gepflegte Anwesen besteht aus einer kleinen Kirche, alten Fachwerkhäusern sowie einigen Scheunen.

Ursprünglich war der Nikolaihof ein Hospital für Leprakranke, heute werden die Wohnungen vermietet. Die Bewohner pflegen die Gartenanlagen liebevoll und bei Sonnenschein lässt sich hier der Sommer genießen.

Überlieferungen zufolge soll Bardowick bereits um das Jahr 1000 vor Christus entstanden sein, erstmals urkundlich erwähnt wurde es allerdings erst 795. Wegen seiner verkehrsgünstigen Lage entwickelte sich der kleine Ort zu einem der größten Zentren Norddeutschlands und war zeitweise erheblich größer als die historische Innenstadt Lüneburgs.

Neben dem Handel erlangte Bardowick auch in politischer und kirchlicher Hinsicht zunehmend Bedeutung. Nachdem Karl der Große ganz Sachsen unterworfen hatte, wurde Bardowick Sitz eines geistlichen Stifts. Der Ursprung des Domes, heute die evangelische Pfarrkirche „Peter und Paul“, war eine um 1100 errichtete romanische Basilika, die beim großen Brand 1371 fast völlig zerstört wurde. Später wurde die Kirche in der für Lüneburg typischen dreischiffigen Backsteingotik wieder aufgebaut.

Im Dom findet sich unter anderem das bekannte Chorgestühl aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die vollständig erhaltenen Schnitzereien zeigen Darstellungen von Propheten und Apos-teln. Der Hochaltar von 1430 zeigt eine geschnitzte Maria, umgeben von Heiligen.

Beim Rundgang durch Bardowick gibt es bald an jeder Ecke eine gute Gelegenheit, frisches Obst und Gemüse zu kaufen – direkt von den Landwirten, die ihre Erzeugnisse auf den Höfen anbieten.