13.03.2011

KiZ-Tipp: Schrägaufzug im Neuen Rathaus in Hannover

Im Bogen nach oben

Diskussionen um übel riechende Tagungssäle gab es damals im Hannoveraner Rathaus nicht. Dass ein neues Stadthaus gebaut wurde, hatte einen recht simplen Grund: Das im Herzen der Altstadt gelegene Alte Rathaus war schlicht und ergreifend zu klein geworden.

Blick aus 100 Metern Höhe auf Hannover – vom Neuen Rathaus aus. Nach oben führt ein „Bogenaufzug“.  Foto:  Michalzik
Blick aus 100 Metern Höhe auf Hannover – vom Neuen Rathaus aus. Nach oben führt ein „Bogenaufzug“.  Foto:  Michalzik

Hannover (som). Das Neue Rathaus wurde zwischen 1901 und 1913 unter der Leitung des damaligen Stadtdirektors Heinrich Tramm entwickelt. Die vielen Jugendstilelemente verdankt das Rathaus jedoch Gustav Halmhuber, einem Stuttgarter Architekturprofessor.

Das rund 100 Meter hohe und 130 Meter breite Rathaus hat allerdings eine Besonderheit, die es in Europa einzigartig macht: einen Fahrstuhl, der einen bogenförmigen Fahrverlauf aufweist. Der Aufzugsschacht führt vom dritten Geschoss 48 Meter nach oben und beschreibt dabei eine Veränderung seiner Lage um 17 Grad und versetzt sich dabei horizontal um rund acht Meter. Pro Sekunde legt der Fahrstuhl bei normaler Fahrt 80 Zentimeter zurück. Wer es ruhiger mag, kann im Schleichfahrtmodus aber auch nur zehn Zentimeter pro Sekunde zurücklegen. Mutige können den Sichtschutz nach unten öffnen lassen: Dies eröffnet den freien Blick nach unten. Selbstverständlich durch eine Glaswand. Die Bezeichnung „Schrägfahrstuhl“ ist im Übrigen eine falsche, diese Bezeichnung ist nur gültig für Fahrstühle wie die des Eiffelturms in Paris. Diese Aufzüge fahren zwar auch schräg nach oben wie der in Hannover, sie beschreiben dabei aber keine Neigung.

Um die Technik braucht der Besucher sich keine Sorgen zu machen: 2008 wurde ein modernisierter Aufzug in Betrieb genommen. Wer nun Lust hat Hannover einmal von oben zu bewundern, sollte die Fahrt mit dem Fahrstuhl nutzen. Bei gutem Wetter und am Wochenende kann es allerdings zu einer Wartezeit von bis zu einer Stunde kommen. Doch bei einer Aussicht bis zum Harz lohnt sich die Fahrt – und das Warten.

Die Fahrt zur Kuppel ist während der Sommersaison (März bis November) werktags von 9.30 bis 18.30 Uhr möglich, Sa und So von 10.30 bis 18.30 Uhr. Erwachsene zahlen 2,50 Euro, ermäßigt gibt es die Eintrittkarten für je 2 Euro. Mit Aufpreis ist auch eine Rathausführung möglich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hannover-tourismus.de oder unter Telefon: 05 11/12 34 51 11.