01.06.2012

Internetsuchmaschinen unterstützen soziale und ökologische Projekte und christliche Hilfswerke.

Jede Suche tut Gutes

Es muss nicht immer Google sein. Zwei Suchmaschinen im Internet sammeln Spenden für gemeinnützige Zwecke. Während Benefind verschiedene Hilfsorganisationen - 40 Prozent davon sind christlich - unterstützt, sammelt Ecosia Geld zur Rettung des tropischen Regenwaldes.

Unterstützt auch christliche Hilfswerke ...

Mit Werbung wird im Internet mehr und mehr Geld verdient. Allein mit sogenannter Suchmaschinen-Werbung, also die Anzeigen von Firmen beziehungsweise den sogenannten „sponsored links“, die Google, Yahoo oder Bing zumeist farbig unterlegt ganz oben in den Suchergebnissen präsentieren, werden jährlich – je nach Schätzung – zwischen zwei und sieben Milliarden Euro umgesetzt. Tendenz steigend.

Seit 2009 versuchen nun mit Ecosia und Benefind gleich zwei sozial und ökologisch engagierte Unternehmen, sich ein Stück von diesem Suchmaschinenkuchen abzuscheiden und geben ihre Erlöse zu weiten Teilen an Hilfsprojekte weiter. Während Ecosia Projekte zur Erhaltung des Regenwaldes unterstützt, arbeitet Benefind eng mit Hilfswerken wie Adveniat, der Welthungerhilfe, dem Malteser-Hilfsdienst oder dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland zusammen.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Beide Firmen werden protegiert, unterstützt und gespeist von den zwei Internetriesen Bing und Yahoo. Dazu werden erst sämtliche Suchanfragen an Bing, so heißt die nach Google zweitgrößte Suchmaschine von Microsoft, übermittelt. Von dort erhalten Benefind und Ecosia dann die Trefferlisten. Hinzu kommen Werbeeinblendungen, die wiederum von Yahoo bereitgestellt werden. Klickt der Benutzer nun eine Werbung an, überweist Yahoo an Benefind bzw. Ecosia eine Vermittlungsprämie, die dann als Spende wiederum größtenteils an Hilfsorganisationen weitergeleitet wird. Der besondere Clou: Bei Benefind kann jeder Nutzer die Suchmaschine nach seinen persönlichen Vorlieben einstellen, so dass die Charity-Suchmaschine nur noch Geld für eine vom jeweiligen Nutzer ausgesuchte Hilfsorganisation einsammelt. Während in den Anfangstagen nur knapp zehn Hilfswerke unterstützt wurden, haben sich mittlerweile fast 600 Hilfsorganisationen bei Benefind registriert. Noch sind es zwar keine Riesensummen, die da per Internetsuche zusammenkommen, doch nach Angaben des Betreibers hat die Tierschutzorganisation Peta im vergangenen Jahr immerhin rund 2.000 Euro bei Benefind erwirtschaftet. Das Wort Benefind leitet sich übrigens vom lateinischen „bene“ = „gut“ und vom englischen „find“ für „finden“ ab.

Wurde 2009 parallel zur Klimakonferenz in Kopenhagen gestartet

Ebenfalls 2009, parallel zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen, gestartet wurde die ökologisch orientierte Webseite Ecosia, die ihren Firmensitz, wie inzwischen so viele Startups in Berlin hat. Schätzungen von Insidern zufolge spendet Ecosia pro Suche im Schnitt 0,13 Cent für den Regenwald. Dieser Wert ergab sich aus der Tatsache, dass rund zwei Prozent aller Suchanfragen dazu führen, dass ein Werbelink angeklickt wird, für den wiederum rund  6,5 Cent gespendet werden. Nach Firmenangaben gehen derzeit rund 80 Prozent der Ecosia-Einnahmen an Projekte. Mit dem Rest finanziert sich das Unternehmen mit seinen inzwischen rund zehn Mitarbeitern selbst.

Ihr Webreporter Andreas Kaiser