29.01.2014

Energiefonds des Bistums Hildesheim

Klimaschutz lebt vom Mitmachen

„Ohne sie wären wir nichts“, sagt Martin Spatz, Leiter der Klimaschutzinitiative des Bistums. Sie – das sind die ehrenamtlichen Umweltbeauftragten in den Gemeinden. Ihre Zahl ist auf 161 in 107 Kirchorten und Einrichtungen angewachsen. Für Spatz eine beeindruckende Zahl.

 
 

Sie kontrollieren monatlich, was eine Gemeinde an Strom, Wasser und Gas verbraucht, übermitteln die Werte in eine Datenbank – und haben auch schon ein Auge darauf, wo eventuell Energie verschwendet wird: „Ohne die Umweltbeauftragten wüssten wir nicht, wie wir im Bistum stehen“, betont Spatz.
Wer nicht weiß, was wie durch den Schornstein geht, hat auch keine Ahnung, was sich ändern muss. Mit den Umweltbeauftragten im Rücken konnte und kann das Bistum wichtige Akzente beim Energiesparen setzen – und damit für das Bewahren der Schöpfung.

Zum Beispiel: Gebäudezustand. Über 450 kirchliche Gebäude wurden im Hinblick auf den Energieverbrauch untersucht: überwiegend Pfarrheime und -zentren, Pfarrhäuser und Kirchen, zu einem kleinen Teil auch Kindergärten und Schulen. „Schon mit einfachen Maßnahmen – richtiges Lüften, Beschriftung von Lichtschaltern, Heizkörper frei räumen oder Fenster abdichten – lassen sich um die zehn Prozent Energie sparen“, erläutert Spatz. Hier wirke sich der Einsatz von Umweltbeauftragten auch finanziell für die Gemeinden aus.

Nächster Schritt: Energiefonds

 

Doch jetzt will das Bistum einen Schritt weiter gehen: In diesem Jahr wird erstmals ein sogenannter Energiefonds aufgelegt: 250 000 Euro stellt das Bistum bereit – als Zuschuss für den Austausch betagter Heizungspumpen oder für weitere Energiechecks kirchlicher Gebäude. Aber Achtung: Es gibt eine Vorbedingung. „Berechtigt sind Gemeinden, für die ein Energiegutachten vorliegt“, erläutert Spatz.
Anträge können ab April dieses Jahres bewilligt werden. „Damit haben wir genügend Vorlauf, dass die Maßnahmen zum Beginn der kommenden Heizperiode greifen“, betont Spatz. Der Ingenieur schätzt, dass sich die Mittel, die Gemeinden dann aufbringen müssen, etwa nach vier Jahren bezahlt machen.
Zudem hofft das Bistum, einen „Klimaschutzmanager“ einstellen zu können – zumindest für zwei Jahre und in Teilen finanziert vom Bundesumweltministerium: „Dieser Klimaschutzmanager setzt dann die Vergabe des Energiefonds um“, betont Spatz. Das heißt: Gemeinden beraten, Maßnahmen prüfen, durchrechnen und auch in der Bauzeit hilfreich zur Seite stehen.

Pilotprojekt: Wie werden Kirchen richtig geheizt?

Gleichzeitig läuft ein weiteres Pilotprojekt an: An sieben Standorten werden Messfühler in Kirchen installiert. Diese ermitteln ein Jahr lang anhand der Temperatur und der Feuchtigkeit das Heiz- und Lüftungsverhalten im Gotteshaus. „Kirchen sind schwer zu beheizen“, meint Spatz. Orgel, Kunstwerke, Hochaltäre, die  besondere Architektur, die Häufigkeit von Gottesdiensten – alles wirke sich auf das ,richtige‘ Heizen aus. „Und auf die passende Heizung“, ergänzt Spatz. Das Pilotprojekt soll Daten über Art und Größe der Heizung liefern.

Rüdiger Wala

 

Mit der Klimaschutzinitiative verfolgt das Bistum Hildesheim ein ehrgeiziges Ziel: Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens 20 Prozent des heutigen Energieverbrauches eingespart werden. In zwei Schritten will das Bistum die Vorgabe umsetzen: zum einen durch das Einführen eines Energiemanagements, zum anderen gefolgt von Verbesserungsmaßnahmen für modernisierungsbedürftige Gebäude. Durch einen 2014 erstmals aufgelegten Energiefonds können Gemeinden Zuschüsse beispielsweise für den Austausch von Heizungspumpen oder für den Einbau von Wärmengenzähler beantragen.

Kontakt: Generalvikariat Hildesheim, Martin Spatz, Domhof 18–21, 31134 Hildesheim, Telefon: 05121 /307 252, E-Mail: klimaschutzinitiative@bistum-hildesheim.de

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