06.08.2013

Urteil im Prozess um Tötungsdelikt in Braunlager Kirche

Lebenslänglich für Mord an Küsterin

Für großes Aufsehen hatte im November 2012 der Mord an der Küsterin in der Gemeinde Heilige Familie in Braunlage gesorgt. Die Frau war in der Kirche tot aufgefunden worden. Ihr Ehemann wurde jetzt vom Landgericht Braunschweig zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 54-Jährige seine 48 Jahre alte Frau durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet hat. „Er hat die Arg- und Wehrlosigkeit der Frau ausgenutzt“, sagte der Vorsitzende Richter Ralf-Michael Polomsky.

Den Ermittlungsergebnissen zufolge hatte der Mann kurz vor der Tat ein Gewehr in der Toilette versteckt. Er war dann wie üblich zur heiligen Messe in die Kirche gegangen. Direkt nach dem Gottesdienst habe er seine Frau in der Sakristei aus nächster Nähe von hinten erschossen. Die Frau, die auch Vorsitzende des Pfarrgemeinderates war und sich als Kommunionhelferin und Katechetin engagierte, wollte sich von ihrem Mann scheiden lassen. Am Tattag wurde dem 54-Jährigen die Scheidungsklage zugestellt.

Gestanden hat der Familienvater die Tat während der dreimonatigen Verhandlung nicht. Im Gegenteil: Er hat seinen 20-jährigen Sohn beschuldigt, seine Mutter getötet zu haben. Das Landgericht  schenkte dieser Aussage keinen Glauben.  

Das Urteil wurde auch wegen gefährlicher Körperverletzung ausgesprochen. Vor dem tödlichen Schuss hatte der 54-Jährige mit Hilfe einer Tochter versucht, die Gesundheit seiner getrennt lebenden Frau durch Medikamente zu schädigen. Das Paar hatte zehn Kinder, die ältesten waren als Nebenkläger zugelassen.

Eine besondere Schwere der Schuld hat das Gericht nicht festgestellt. Dadurch kann der Angeklagte bei guter Führung bereits nach 15 Jahren aus der Haft entlassen werden.

kiz