30.11.2022

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

sicher ist vielen von Ihnen noch das Bild von Innenministerin Nancy Faeser auf der Tribüne der Fußball-WM beim ersten Spiel der deutschen Elf in Katar mit einer „One-Love“-Binde am Oberarm in Erinnerung. Sie saß als Sportministerin direkt neben Fifa-Präsident Gianni Infantino, der kurz zuvor den Mannschaftskapitänen mehrerer Teams – da­runter auch der deutschen Nationalmannschaft – die „One-Love“-Binde als Symbol gegen Diskriminierung und für Vielfalt und Menschenrechte verbot.

Den Mut zur Binde hätten sich viele Fans auch von der deutschen Mannschaft gewünscht, denn Menschenrechte sind nicht relativierbar. Nur ihre Unzufriedenheit mit der Entscheidung des Weltfußballverbandes beim Mannschaftsfoto zu demonstrieren, bei dem sie sich den Mund zuhielten, war vielen zu wenig. Mutig hingegen der stille Protest der iranischen Mannschaft. Sie hatte beim Spiel gegen England die eigene Hymne nicht mitgesungen und sich mit den Protes­tierenden im Iran solidarisiert. Ihnen drohen nun ernsthafte Konsequenzen vom Mullah-Regime.

Die Menschenrechtslage in Katar wiegt schwer: Die Zuschauerzahlen sind eingebrochen, WM-Trikots sind Ladenhüter, Public Viewing findet hierzulande kaum statt. Fußball ist mehr als Sport, von „Fußballhelden“ wird Rückgrat erwartet.

Die Reaktion der Fußballfans stimmt mich zuversichtlich und macht mir Hoffnung, dass sich nicht alles um Kommerz dreht. Zuversicht macht Mut zum Handeln und ist gerade in der schwierigen wirtschaftlichen und weltpolitischen Lage sowie der Klimakrise und der noch nicht überwundenen Pandemie wichtig.  Zum Advent gehört die Hoffnung, auch die Hoffnung auf Frieden.

Ihnen eine Adventszeit voller Zuversicht und Hoffnung

Ihre

Sabine Moser

Sabine Moser ist Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Braunschweig