23.09.2020

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

auch wenn es tagsüber noch sehr warm und sonnig ist, geht es in großen Schritten auf den Herbst zu; es wird immer früher dunkel und in den Nächten ist es frisch. Ich genieße die letzten warmen Tage des Jahres immer sehr, nicht nur weil der Sommer in so weite Ferne rückt. Auch, weil die Natur noch einmal ihr Bestes gibt: Bevor es in Wald und Garten trist und kahl wird, sind Trauben, Feigen, Äpfel und Kürbisse reif, das Laub färbt sich bunt und Erntedank steht vor der Tür.
Die Natur zu genießen und möglichst viel draußen zu sein, ist mir gerade jetzt wichtig. Kürzlich war ich in der Heide im Heiligen Hain bei Betzhorn mit seinem feinen Wegenetz spazieren.

Wundervoll, dass die Heide dieses Jahr wieder blüht, 2018 und 2019 war es für die erikafarbene Pracht einfach zu trocken. Den Schriftsteller Herman Löns soll dieses Fleckchen Erde zu seiner Erzählung „Der Quellenbrink“ inspiriert haben.

Sehr eindrucksvoll in dem gut 56 Quadratmeter großen Naturschutzgebiet in der Südheide sind für mich auch die Wachholderbüsche, die sich tiefgrün vom lila Kraut abheben. So hat im Heiligen Hain jeder Busch seine individuelle Gestalt und gerade, wenn bei Bodennebel nur der Wachholder herausragt, fühlt sich das für mich irgendwie mystisch an. Kein Wunder, dass diese Pflanzen in vielen Mythen und Sagen eine Rolle spielen.

Der Name des Gebietes geht vielleicht sogar auf die heiligen Wäldchen zurück, die die Menschen bereits seit der Antike für ihre Religionen und Kulte nutzten. Auf jeden Fall sollte die Natur uns heilig sein, damit wir in diesem Bewusstsein die Schöpfung bewahren.

Ihnen eine schöne Woche – genießen Sie die Natur im Herbst

Ihre

Sabine Moser

Sabine Moser ist Referentin für Presse und Öffentlichkeitsarbeit im Dekanat Braunschweig