17.02.2021

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

manche sprechen schon vom „Shutdown der deutschen Sprache“. Es sind ja so einige neue Begriffe in den vergangenen Monaten im Deutschen eingesickert oder gebildet worden. Ein Online-Wörterbuch des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache zählt bereits über 1000 neue Wörter rund um die Corona-Pandemie, weitere Vorschläge willkommen. Wenn Sie mögen, probieren Sie es aus: zwischen „Drive-in-Club“ und vor „Drive-in-Test“ fehlt derzeit noch „Drive-in-Gottesdienst“. Ob entsprechende Angebote in Hildesheim und Göttingen als „Fahr-rein-Gottesdienst“ besser verständlich gewesen wären?

Bei aller Kritik an vermeintlich unnötigem, insbesondere englischsprachigem Einfluss: Ich finde es faszinierend, wie lebendig Sprache bleibt. Neue, möglichst schnell verständliche Wörter zeugen schon immer von Austausch und Kommunikation der Menschen untereinander und mit anderen Sprachen. Und von Kreativität: „Flockdown“ zum Beispiel fand ich erst nervig, aber muss zugeben, dass es eine sehr treffende Wortschöpfung ist.

Die Helligkeit und zusätzliche Ruhe, die sich durch Schneefall automatisch einstellt, finde ich wohltuend. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass bei den Schneemassen diesmal viele vor besondere Herausforderungen gestellt wurden. Die Pflegedienste etwa sind auf freie Straßen angewiesen, um zu ihren Patienten zu gelangen. Bei der Caritas in Südniedersachsen wurden einige Einsätze auf Fußtouren umgestellt, was viele Zeiten durcheinander brachte. Aber ein „Caritas-Shutdown“ blieb glücklicherweise aus.  

Eine gute Woche wünscht Ihnen

Johannes Broermann

Johannes Broermann ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Dekanaten Göttingen und Untereichsfeld.