11.05.2021

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

gerade habe ich wieder ein neues Wort gelernt: „Impfneid“. Für doppelt geimpfte und von einer Covid-19-Erkrankung genesene Menschen sollen andere Regeln gelten als für Nichtgeimpfte.

Und schon geht das Gezeter los unter denjenigen, die noch kein Impfangebot hatten. Angeblich blicken sie neidisch auf jene, die gewohnte Freiheiten schneller wieder erlangen.

Das sieht ungerecht aus. Aber nach nun schon 14 Monaten mit Einschränkungen kann es nicht auf ein paar Wochen früher oder späteres Impfen ankommen. Glücklicherweise schreitet die Impfkampagne voran, in Niedersachsen dürfen die Hausärzte auch schon Menschen ohne Priorisierungsmerkmal impfen.

Mir jedenfalls bereiten andere Ungerechtigkeiten größere Sorgen. Warum, zum Beispiel, hängt eine erfolgreiche Bildung immer noch vom Geldbeutel der Eltern ab? Oder: Warum dürfen multinationale Unternehmen leichter Steuern sparen als lokale Firmen? Warum fällt es den reichen Ländern Europas so schwer, eine menschlichere Flüchtlingspolitik zu machen?

Überall geht es um Ressourcen und Macht, dabei würde doch mehr Solidarität zu mehr Gerechtigkeit führen.

Ihnen eine schöne Woche

Johannes Broermann

Johannes Broermann ist Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in den Dekanaten Göttingen und Untereichsfeld.