19.05.2021

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

eigentlich wollte ich Ihnen heute von meiner ers­ten Begegnung mit dem Nachwuchs der Domuhus berichten, der oder die in diesem Jahr als „Einzelkind“ seine Wege rund um die Annenkapelle zieht (s.u.).

Doch ein anderes Thema liegt mir heute mehr am Herzen, wie Menschen über alle Parteigrenzen hinweg und auch außerhalb der Politik miteinander umgehen. Dazu fällt mir nur ein Satz ein: „Wehret den Anfängen!“ Wir hatten schon einmal eine Zeit, die ist gerade einmal 76 Jahre vorbei, die auch damit begonnen hat, Menschen, die politisch unangenehm zu sein scheinen, zu verunglimpfen, sie zu diskreditieren, zu bedrohen, einzuschüchtern, von der politischen Bühne zu drängen – umzubringen. Wenn gleichzeitig auch noch Synagogen und jüdische Einrichtungen angegriffen werden, dann sind die Parallelen zu den Ereignissen der Jahre 1933 bis 1938 erschreckend.

Erschreckend sind die Geschehnisse rund um die Kanzlerkandidatin der Grünen Annalena Baerbock. Der Shitstorm der hier gestartet wurde – mit Anzweifeln ihrer Ausbildung, Morddrohungen, übelste Beschimpfungen bis hin zu gefakten Nacktfotos – geht gar nicht. Noch schlimmer für mich ist, dass sogar aus der angeblich gutbürgerlichen Mitte, auch der politischen, mit in das Horn geblasen wird.

Vielleicht sollte Mann oder Frau einmal wieder die Bibel in die Hand nehmen. Im Buch Exodus gibt es die Zehn Gebote und da passen – im übertragenen Sinn – gleich mehrere Gebote, gegen die hier verstoßen wird: V, VII, VIII und IX. Und wer sagt, „mit der Bibel und dem Glauben habe ich nichts am Hut“, der kann auch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland zur Hand nehmen. Ich empfehle die Artikel 1 bis 5. In gewisser Weise stehen sich Grundgesetz und der Dekalog ziemlich nahe.

„Wehret den Anfängen!“

Ihnen eine schöne Woche

Ihr Edmund Deppe