15.04.2020

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

 
erinnern Sie sich noch an den Tag und die Feier Ihrer Erstkommunion? Für viele wird es der Weiße Sonntag gewesen sein. An diesem Sonntag ist wieder Weißer Sonntag. Eigentlich wären dann und in den kommenden Wochen viele Mädchen und Jungen aus unseren Pfarrgemeinden zum ersten Mal zum Tisch des Herrn getreten und hätten den „Leib Christi“ empfangen.

Doch schon vor ein paar Wochen hat Corona allen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Das Restaurant war gebucht, der Caterer bestellt, die Einladungskarten – gedruckt oder selbst gebastelt – zur Post gebracht oder persönlich verteilt. Kommunion­anzug oder Kommunionkleid passt, ebenso die Schuhe. Doch die Feiern sind abgesagt oder besser verschoben. Und der Kommunionunterricht muss erst einmal eine Zwangspause machen.
Keine Angst, die Erstkommunion wird stattfinden. Die meisten Gemeinden haben inzwischen einen Ausweichtermin in der zweiten Jahreshälfte. Das bedeutet allerdings, dass man die Feier zumindest teilweise neu organisieren muss. Eine Restauration oder ein Gasthaus zu finden, könnte schwierig werden, da sich alle jetzt ausgefallenen Feiern nach den Sommerferien drängeln werden. Denn schließlich gibt es ja auch Feiern und Feste, die für diese Zeit geplant waren.

Mit äußerlichen Problemen hatten auch die Kommunionkinder des Jahres 1945 zu tun. Denn in der Zeit um den Weißen Sonntag vor 75 Jahren marschierten amerikanische und britische Truppen durch den Bereich des Bistums Hildesheim und machten der Nazi-Herrschaft ein Ende.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Kommunionfeier 1945? In meinem Heimatort in Algermissen rückten am Weißen Sonntag während der Erstkommunionfeier die Amerikaner bis zum Stichkanal vor. Feierten auch ausgebombte Familien aus Hannover oder Hildesheim Erstkommunion. Wie sah das bei den Flüchtlingen zum Beispiel aus Ostpreußen aus?

In der nächsten Ausgabe berichtet eine Zeitzeugin aus Algermissen über ihre Erstkommunion 1945.

Wenn auch Sie vor 75 Jahren zur Kommunion gekommen sind und sich noch gut daran erinnern können, vielleicht sogar Fotos von damals haben, schreiben Sie Ihre Erinnerung auf und senden Sie an: Redaktion KirchenZeitung, Domhof 24, 31134 Hildesheim oder per Mail an: aktion@kiz-online.de. Wenn Sie noch Fragen zu dieser Aktion haben, rufen Sie mich gern an unter 0 51 21/ 30 78 64.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche und bleiben Sie gesund!

Ihr Edmund Deppe