04.09.2019

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

es ist ein starkes Zeichen, wenn das Bistum Hildesheim die Kreuzwoche auf dem Gelände des ehemaligen KZs Bergen-Belsen eröffnet. Gerade habe ich eine Gruppe Jugendlicher dorthin begleitet. Elke von Meding, sie engagiert sich in der AG Bergen-Belsen, hat uns in einem alten Güterwagen erzählt, wie die Transporte per Bahn hierher abgelaufen sind, wie die Gefangenen – vor allem Juden – in den Wagen eingepfercht waren bis zu 90 Menschen – Männer, Frauen und Kinder. Dabei war er gedacht für gerade einmal sechs Pferde.

Frau von Meding hat mit vielen Zeitzeugen gesprochen und von deren Erlebnissen berichtet. Einige waren damals gerade so alt wie die Mädchen und Jungen der Firmgruppe. Beim Gang über das Gelände des ehemaligen KZs las eine Firmkatechetin Berichte von Jugendlichen vor, wie sie den Lageralltag erlebt haben, von Hunger, Krankheiten, dem Kampf ums Überleben, der Trennung von den Eltern – meist ein Abschied für immer.

Die schockierenden Filmensequenzen und Zeitzeugenberichte im Dokumentationszentrum waren eine harte Kost für die Jugendlichen. Ihre Reaktion: nachdenkliche Gesichter und schweigen.
Es ist gut, zu Beginn der Kreuzwoche auf dem Gelände die heilige Messe zu feiern und der über 70 000 Toten zu gedenken, die hier von den Nazis ermordet wurden oder an den Folgen ihrer Haft gestorben sind.

Ihr

Ihr Edmund Deppe