14.11.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Stefanie Behnke

ich glaube, jeder Mensch hat zu Hause eine „Kramschublade“ (gut, manche vielleicht sogar ein ganzes Zimmer): eine Schublade voller Dinge, für die es sonst keinen Platz gibt, die man möglicherweise noch mal gebrauchen kann oder von denen man gar nicht mehr weiß, dass man sie noch besitzt. In meiner liegt unter anderem Tüdelband in allen möglichen Farben, Schlüsselanhänger, ein kleiner Schutzengel, Weihnachtskarten, Taschenlampen und mehrere alte Brillen. Die Stärke passt längst nicht mehr, aber im Notfall – Sie wissen schon …

Und offenbar schlummert in fast jeder Kramschublade unter deutschen Dächern mindestens ein altes Handy. 120 Millionen sollen es insgesamt sein, schätzt das katholische Hilfswerk missio. Dabei sind die alten Geräte im wahr­sten Sinne des Wortes Gold wert, darauf macht missio immer wieder aufmerksam, sammelt sie und führt sie der Wiederverwertung zu: In 41 dieser ausrangierten Mobiltelefone steckt so viel von diesem Edelmetall wie in einer ganzen Tonne Golderz. Das bedeutet: Liegen lassen oder im Hausmüll entsorgen, ist keine Option. Zum Glück gibt es mittlerweile Sammelstellen oder die Möglichkeit, die alten Handys direkt zu missio zu schicken, um die alten Geräte fachgerecht zu recyceln. Denn auch das ist eine traurige Tatsache: Die Rohstoffe in unseren Smartphones – vor allem Coltan – werden meist illegal gewonnen, zum Beispiel im vom Bürgerkrieg geschüttelten Ostkongo. Und der Erlös wiederum fließt in die Finanzierung der Bürgerkriegsparteien.

Kaum jemand kommt heute noch ohne ein Mobiltelefon aus. Aber jeder kann einen winzigen Beitrag leisten, um möglichst wenig Rohstoffe zu verschwenden und ein bisschen Schöpfung zu bewahen: Nur dann ein neues Gerät kaufen, wenn es wirklich nötig ist, oder einfach mal ganz hinten in der Kramschublade nachsehen …

Ihnen eine gute Woche!

Ihre Stefanie Behnke

Stefanie Behnke ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.