13.06.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Stefanie Behnke

wenn Sie Kinder oder Enkel haben, dann wissen Sie: Ohne den kostenlosen Messenger-Dienst WhatsApp geht nichts mehr: Was haben wir in Mathe auf? Kann mal jemand die Vokabeln für morgen fotografieren? Hast du diesen Film schon gesehen? Oder noch schnell ein „HDGDL“ mit Herzchen an die beste Freundin geschickt (für alle, die es nicht wissen, das ist die Abkürzung für „Hab’ dich ganz doll lieb“).

Das Problem: Seitdem Ende Mai die neue Datenschutzgrundverordnung in Kraft getreten ist, dürfen alle unter 16-Jährigen WhatsApp nicht mehr verwenden. Aber machen Sie das mal Ihren halbwüchsigen Kindern klar. Kein WhatsApp? Da könnten Sie von Ihrem Nachwuchs auch verlangen, sich eine Fingerkuppe abzuschneiden. Was also tun? Erste Möglichkeit: verbieten. Juristisch sind Sie damit auf der sicheren Seite. Oder: Sie könnten andere Eltern dazu bewegen, dass sich alle in der Klasse für einen anderen Dienst entscheiden, der die Daten Ihrer Kinder (und Ihre eigenen) nicht an Facebook weitergibt. Ich glaube aber, die meisten Eltern entscheiden sich für die dritte Möglichkeit: ignorieren. Sie schärfen den Kindern ein, nicht zu viel Privates preiszugeben und hoffen dann, dass die eigenen Daten für Facebook nicht so wichtig sind.

Dass die neue Verordnung auch Gutes hat, durfte ich in der vergangenen Woche während einer Schulaufführung erleben. Niemand hat sein Smartphone gezückt, um die Kinder zu filmen – und das Material anschließend wer weiß wohin zu schicken.

Die neue Datenschutzgrundverordnung betrifft tatsächlich viele Bereiche des Lebens, beruflich wie privat. Eine Reihe wichtiger Antworten haben wir für Sie auf Seite 10 zusammengestellt.

Ich wünsche Ihnen eine gute Woche!

Ihre Stefanie Behnke

Stefanie Behnke ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.