27.02.2019

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

ohne jede böse Absicht habe ich kürzlich eine Pfarrsekretärin in Schwierigkeiten gebracht. Eigentlich wollte ich nur die Telefonnummer eines Ansprechpartners. Den Namen hatte ich nicht parat, aber ich wusste, er war ehrenamtlicher Küster in einem der zugehörigen Kirchorte. Kein Problem für ein Pfarrbüro, dachte ich, man kennt sich doch in den Weiten der norddeutschen Diaspora.

Kein Problem, sagte auch die Pfarrsekretärin. Dann hörte ich lange Zeit nichts außer undefinierbaren Hintergrundgeräuschen, unruhigem Gemurmel und hin und wieder der Auskunft: einen Moment bitte noch …

Also war ich geduldig, stellte mein Telefon auf Lautsprecher und widmete mich anderen Dingen. Hin und wieder bekam ich ein Lebenszeichen vom anderen Ende der Leitung: Es dauere nur noch einen kleinen Moment, dann gehe es aber auch sofort los.
Der kleine Moment zog sich noch länger hin, dann hatte ich die Sekretärin wieder am Apparat. Es sei nämlich so: Wenn ich am PC das Adressbuch öffnen will, muss ich zunächst die Textverarbeitung runterfahren. Das geht aber nicht so einfach, weil das regelmäßig zu einem Absturz des Computers führt. Dann muss ich neu starten und einen Moment warten, bis das Laufwerk … Kleinen Augenblick, jetzt tut sich was. Nee, da muss ich jetzt noch mal hier drücken. Ach, Mensch, nicht schon wieder ein Absturz. Wissen Sie was, ich schaue mal eben im Telefonbuch nach. Eine Sekunde, hier die Nummer, haben Sie was zu schreiben?

Ich hatte und konnte loslegen.

Ihnen eine gute Woche

Stefan Branahl