24.06.2020

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn Sie in diese Ausgabe der KirchenZeitung blicken, hat etwas in Hannover stattgefunden, was wegen des Redaktionsschlusses am Dienstag nicht mehr berücksichtigt werden konnte: die Wahl eines neuen evangelischen Stadtsuperintendenten.

Zwei Pastoren haben sich zur Wahl gestellt. Da schauen wir natürlich katholischerseits hin. Aus zwei Gründen: zum einen die Ökumene. Wer wird da der neue Mann? Wie tickt er? Wie ist gute Ökumene möglich?

Zum anderen: das Verfahren. Die Bewerber hatten einen halbstündigen Gottesdienst zu feiern – mit einer sogenannten „Aufstellungspredigt“.

Gewissermaßen eine programmatische Ansage. In Corona-Zeiten wurden die beiden Gottesdienste per Video aufgezeichnet und waren nicht nur auf der Webseite des Stadtkirchenverbandes zu sehen, sondern auch im Lokalfernsehen h1. Nun treffen die 80 Delegierten des Stadtkirchentages am Mittwoch ihre Entscheidung. Tags darauf stellt sich der neugewählte Stadtsuperintendent den Fragen der Presse. Stellen Sie sich das mal „auf katholisch“ vor ...

Beide großen Kirchen stehen in der Region vor einer Herausforderung: Nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung gehört ihnen an (35 Prozent evangelisch, 12 Prozent katholisch). Tendenz: schrumpfend. Bei den Protestanten stärker als bei uns. So haben findige Statistiker ausgerechnet, dass es im Jahr 2186 erstmals mehr Katholiken als Protestanten geben wird. Bei 6,5 Prozent Anteil von Christen. Nicht eben tröstlich.
Ihnen eine gute Woche, Ihr

Rüdiger Wala