21.11.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

5,44 Prozent bei den Gremienwahlen sind erst einmal eine Ansage. Eine traurige. Oder desaströs. Unterm Strich: Egal ob Stadt oder Land, egal ob traditionelles Modell oder Experiment mit Pfarreisynode oder Pas­toralrat – überall gehen weniger Katholikinnen und Katholiken zur Wahl. Nur die Niveaus sind unterschiedlich.

Es tröstet nicht, dass diese Entwicklung auch den Zahlen entspricht, die zweimal im Jahr beim Gottesdienstbesuch erhoben werden. Es tröstet nicht, dass es auch bei staatlichen Wahlen ein Auf und Ab der Beteiligung gibt – und unterm Strich ist es immer noch zu wenig.
Festhalten müssen wir, dass das Bistum den Gemeinden in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten viel zugemutet hat: erst die Zusammenlegung von Pfarreien, dann die Kategorisierung und Profanierung von Kirchen, schließlich der überpfarrliche Personaleinsatz, der nun folgt. Man könnte auch sagen: dem einen oder anderen Ort im Bistum wurde erst die Pfarrei, dann die Kirche, dann auch noch der Pfarrer genommen ... Das sind schon dramatische Umwälzungen – von den demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen ganz zu schweigen.

Ich muss mich an dieser Stelle wiederholen: Ich hatte in der letzten Ausgabe der KirchenZeitung in einer Betrachtung über die erste Hildesheimer Diözesansynode vor 50 Jahren (und die zweite von 1989/90) geschrieben: „Über kurz oder lang werden wir meiner Meinung nach eine dritte Synode benötigen.“ Weil die Zeit dafür reif ist. Auch und gerade nach diesen Wahlen.

Ihnen eine gute Woche, Ihr

Rüdiger Wala