30.05.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

der eine Priester eines Weihejahrgangs blieb Jahrzehnte in seiner Gemeinde, der andere wirkte in diversen Pfarreien zwischen Stade und Duderstadt und ein dritter wurde Theologieprofessor an einer Hochschule. Wieder ein anderer hat es zum Caritasdirektor gebracht und der letzte im Bunde ist in die Mission gegangen.

Wenn wir in der Vergangenheit über die „runden“ Weihejubiläen unserer Priester berichtet haben, wurde deutlich, wie unterschiedlich die Lebenswege von Männern sein konnten, die einst zusammen studiert hatten, gemeinsam im Priesterseminar waren und schließlich am selben Tag geweiht wurden. Die Berichte machten auch deutlich, auf welch verschiedene Art und Weise es möglich ist, Gott und den Menschen zu dienen.
Auch in der heutigen Ausgabe unserer Zeitung finden Sie wieder einen Bericht über mehrere 25-jährige Priesterjubiläen (siehe Seite 10). Vielleicht wird dies der letzte Bericht dieser Art sein, wir wissen es noch nicht. Die KiZ-Redaktion möchte sich nicht einfach sang- und klanglos von derartigen Rückblicken verabschieden, uns macht etwas anderes zu schaffen: der Datenschutz.

Das Bischöfliche Generalvikariat darf uns nur noch dann über Weihejubiläen und andere Daten von Priestern informieren, wenn diese zuvor zugestimmt haben. Und das tun längst nicht alle, obwohl  Priester – so zumindest meine Sichtweise  – innerhalb der Kirche ein öffentliches Amt bekleiden. Über die Motive mag man spekulieren: falsche Bescheidenheit, Knicke im Lebenslauf oder die Angst, dass Daten missbraucht werden. Vielleicht möchte der ein oder andere seinen Namen auch einfach nicht in der Zeitung lesen.

Uns jedenfalls stellt das vor Probleme. Zur Wahrheit gehört, dass vor 25, 40 oder 50 Jahren drei, sieben oder fünf Männer zu Priestern geweiht wurden. Öffentlich! Wenn wir zum Schluss nur noch über einen oder zwei berichten dürfen, macht die ganze Rubrik wenig Sinn.

Wenn Sie eines Tages den Bericht über das Jubiläum Ihres Gemeindepfarrers in der KirchenZeitung vermissen sollten, wundern Sie sich nicht. Es ist keine böse Absicht, es sind etwas haarsträubende Gesetze, über die wir uns nicht hinwegsetzen können.

Etwas zerknirscht wünsche ich Ihnen eine gute Woche!

Ihr Matthias Bode
Redaktionsleiter