13.01.2021

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

die moderne Technik hilft auch uns Journalisten. Wenn ich von einem Interview-Termin in die Redaktion komme, muss ich ein langes, elektronisch aufgezeichnetes Gespräch nicht mehr mühsam abtippen. Längst gibt es Programme, die gesprochene Sprache zu geschriebenen Texten verarbeiten.

Das klappt mal besser, mal schlechter, und stößt vor allem dann an seine Grenzen, wenn die Wortwahl zu speziell wird. Das ist mir gerade dieser Tage passiert. Aus dem „überpfarrlichen Personaleinsatz“ machte das Programm einen „Überfall Personaleinsatz“, aus der „ehelosen Lebensform“ wurde die „eher lose Lebensform“ – was so ziemlich das Gegenteil  bedeuten dürfte. Da muss man dann nacharbeiten.
 
Ähnliche Umwandlungsfehler dürften auch bei Sprachaufzeichnungen aus den Bereichen Medizin, Soziologie oder Mathematik passieren.  Dennoch hat der Vorgang bei mir die Frage ausgelöst, ob wir in der Kirche Begriffe verwenden, die nicht nur ein Computerprogramm falsch versteht, sondern auch von manchem Hörer oder Leser nicht richtig verstanden werden. Mir fallen da spontan der Synodale Weg oder das ökumenische Vademecum ein – Begriffe, die den Profis wie den kirchlich Engagierten leicht über die Lippen kommen, bei Außenstehenden aber unverstanden bleiben dürften.

Natürlich wird man Fachausdrücke nie völlig vermeiden können. Aber: Für mich ist die Erfahrung ein Ansporn, möglichst klar, lebensnah und einfach zu schreiben – damit die Botschaft auch verstanden wird.
Ihnen eine gute Woche und beste Grüße

Ihr Matthias Bode

Redaktionsleiter