02.06.2011

KiZ-Tipp: Hähnewettkrähen am Pfingstsonntag in Bad Bevensen

Manchmal bis zur Heiserkeit

Mit dem männlichen Vertreter der Gattung Gallus gallus domesticus und der Heiligen Schrift ist das so eine Sache: „Jesus entgegnete ihm: Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, noch ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ So steht es zum Bespiel im Matthäus–Evangelium (26,34). An die Verleugnung des Heilands durch Simon Petrus erinnern heute noch Wetterhähne auf Kirchturmspitzen – als Erinnerung daran, sich nicht nach dem Wind zu drehen, sondern den Glauben zu bekennen.

Ein stolzer Vertreter seiner Zunft – die Herren der Hühnerställe werden am kommenden Sonntag in Bad Bevensen zum Wettkrähen antreten. Foto: Wala
Ein stolzer Vertreter seiner Zunft – die Herren der Hühnerställe werden am kommenden Sonntag in Bad Bevensen zum Wettkrähen antreten. Foto: Wala

Bad Bevensen (wal). Hähne krähen aber auch, ohne einen Apostel auf seine so menschliche Schwachheit hinzuweisen. In Bad Bevensen treten sie am Pfingstsonntag zu einem besonderen Wettkampf an – in ihrer Paradedisziplin: Wer macht am besten Spektakel?

Seit vier Jahrzehnten veranstaltet der Geflügelzuchtverein der Stadt das Hähnewettkrähen am Neptunbrunnen im Kurpark. Wie bei jedem Wettbewerb gibt es natürlich für die Gockel Regeln. Da sind zum einen die Gewichtsklassen: Zwerg- und Großhähne. Und da ist zum anderen der Ablauf: Genau eine Stunde lang haben die Herren des Hühnerstalls die Chance zum Kikeriki. Jeder Schrei, von knapp oberhalb der Gackergrenze bis zur Ohrenbetäubung, wird von Kampfrichtern penibel notiert. Meistens haben die kleineren Exemplare zwar nicht den lauteren, aber den unablässigeren Schnabel. Bis zu 200  „kph“ (Kräher pro Stunde) sollen schon registriert worden sein – manchmal bis zur Heiserkeit. Für besonders schönes Gefieder gibt es in beiden Klassen ebenfalls einen Preis: Denn Hahn ist nicht gleich Hahn.

Doping soll übrigens auch schon vorgekommen sein: In Form von Korn mit Korn, also Getreide aromatisiert mit Schnaps. Lässt angeblich Hähne länger und ausdauernder  krähen. Allerdings nur für kurze Zeit, denn Alkohol macht auch männliche Haushühner schläfrig. Schädigend ist es auch noch. Aber das gilt auch für Doping in anderen Sportarten.

In diesem Jahr ist es am 12. Juni wieder so weit. Von 9 Uhr an werden die Gockel in die Startposition gebracht. Zwischen 9.30 und  10.30 Uhr werden die Krährufe der einzelnen Hähne von Wertungsrichtern gezählt.  Gegen 11 Uhr werden dann die  Sieger gekürt und mit Pokalen ausgezeichnet. Und dann geht’s zurück zu den Hennen. Die Mädels von Gallus gallus domesticus sorgen übrigens für das leibliche Wohl der Besucher im Kurpark. Keine Angst, nicht als Suppenhuhn. Es gibt Spiegel- und Soleier.

Weitere Informationen bei der Touristinfo der Bad Bevensen Marketing GmbH, Dahlenburger Straße 1, 29549 Bad Bevensen, Telefon: 0 58 21/57 21, E-Mail: bbm@bad-bevensen.de, Internet: www.bad-bevensen-tourismus.de