Solo für den Papst

Musical-AG probt für Papstbesuch

 

Nichts ist mehr wie sonst in der idyllischen 500-Seelen-Gemeinde Steinbach im Eichsfeld: Bauzäune umgeben die weitläufigen Felder, ein Hubschrauber der Bundespolizei steht auf dem neu gebauten Landeplatz, Kabel wurden verlegt, neue Wege gebaut. Am 23. September wird Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner Deutschlandreise den Wallfahrtsort Etzelsbach besuchen.

Die 15-jährige Julia Marcinski wird live vor dem Papst singen.

Etzelsbach / Göttingen (kpg). Rund um die Kapelle – die älteste im katholisch geprägten Eichfeld – ist ein 20 Hektar großes Pilgerfeld entstanden, eine Fläche so groß wie 20 Fußballfelder. Die Weitläufigkeit des Geländes war ein Grund, warum der Vatikan Etzelsbach für die 90-minütige Stippvisite des Papstes ausgewählt hat. In der Kapelle will Benedikt vor dem Gnadenbild der heiligen Maria beten und eine Vesper feiern – und mit ihm 100 000 Menschen. Ein Jahrhundertereignis für das kleine Dorf, dem auch Ortspfarrer Franz-Xaver Stubenitzky seit Wochen entgegenfiebert: „Das wird einmalig sein, eine Sternstunde für unseren Wallfahrtsort, die so nie wiederkommt.“

Und während in Etzelsbach die letzten Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, wächst auch 30 Kilometer weiter in Göttingen die Aufregung. In der katholischen Bonifatiusschule II probt die Musik-AG zwei Stücke aus dem Musical „Jesus Christ Superstar“. Die dreißig Schülerinnen und Schüler werden am 23. September als einziger Chor aus dem Landkreis Göttingen im Vorprogramm auf der großen Bühne stehen. 10 Minuten Zeit werden sie für ihren Auftritt bekommen. Unermüdlich proben die jungen Sängerinnen und Sänger ihre Choreographie und einzelne Passagen. Bei dem Gedanken daran, wie viele Menschen ihn auf der Bühne sehen werden, bekommt der 12-jährige Apaman Thiaparan ganz weiche Knie: „Die­se Chance bekommt nicht jeder“, sagt er stolz. „Dass wir den Papst dann live sehen und auch noch vor ihm singen dürfen, das ist schon spitze“, ergänzt Solosängerin Julia Marcinski. Die 15-Jährige wird den Titel „I don’t know how to love him“ singen.

Auch der 12-jährige Apaman Thiaparan ist schon aufgeregt, aber auch stolz über seinen Gesangsauftritt

Bis kurz vor ihrem Auftritt wollen die Schüler und Schülerinnen noch proben, um dann am 23. September ihr Bestes zu geben. Die Aufregung seiner Schüler hat auch Musiklehrer Martin Wihgrab erfasst: „Wir haben einfach das Glück gehabt und wir sind uns dieser Ehre auch bewusst. Und deshalb werden wir dort auch richtig gut sein.“