28.09.2015

Papst Franziskus in den USA

Papst beendet USA-Reise

Papst Franziskus hat seine neuntägige Reise nach Kuba und in die USA beendet. Seinen letzten Besuchstag widmete er dem Thema Familie und dem Besuch von Missbrauchsopfern und Gefangenen.

Papst Franziskus hielt auf dem Weltfamilientag in Philadelphia ein Plädoyer für die Familie. Foto: kna-bild

Bei der Abschlussmesse des Weltfamilientreffens in Philadelphia mit rund einer Millionen Teilnehmern sagte er, die Zukunft des Planeten hänge vom Zusammenhalt der gesamten Menschheit ab. Die Frage, welche Welt die Menschen von heute ihren Kindern hinterlassen wollen, müssten sie über alle Grenzen von Herkunft und Religion hinweg gemeinsam beantworten. 

Überraschend traf sich der Papst am Sonntag auch mit Opfern sexuellen Missbrauchs. Vor rund 300 Bischöfen aus aller Welt kündigte er an, dafür zu sorgen, dass "alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden". Die Verbrechen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen dürften "nicht länger geheim gehalten werden". Bei einem Besuch des größten Gefängnisses von Philadelphia kritisierte Franziskus den Strafvollzug in den USA und forderte Staat und Gesellschaft zu einer besseren Resozialisierung von Häftlingen auf.  
 

Höhepunkte: Treffen mit Castro-Brüdern, Reden vor dem US-Kongress und der UNO

Der Besuch auf Kuba und in den USA war die bislang längste Auslandsreise in der zweieinhalbjährigen Amtszeit von Franziskus. Der 78-Jährige hielt unterwegs mehr als zwei Dutzend Ansprachen und Predigten. Zu den Höhepunkten zählten Begegnungen mit den kubanischen Revolutionsführern Fidel und Raul Castro sowie Reden vor dem US-Kongress und vor der UNO-Vollversammlung in New York. Eigentlicher Anlass der Reise war das Weltfamilientreffen in Philadelphia. Danach weitete sich die Reiseplanung aufgrund der vom Papst selbst angestoßenen diplomatischen Annäherung zwischen Kuba und den USA weiter ausdehnte.

"Unser gemeinsames Haus duldet keine unfruchtbaren Spaltungen mehr", sagte der Papst bei der Abschlussmesse des Weltfamilientreffens in Philadelphia. Alle Familien auf der Welt verbinde ein gemeinsames Band. Die Abgrenzung von anderen, weil sie "nicht zu unserer Gruppe gehören", bezeichnete er als eine gefährliche Versuchung. Eine solche Einstellung verhindere nicht nur eine Hinwendung zum Glauben, sondern sei "eine Pervertierung des Glaubens". 

Die katholischen Weltfamilientreffen gehen auf eine Initiative von Papst Johannes Paul II. zurück. Seit 1994 finden sie alle drei Jahre in wechselnden Städten der Welt statt. Die Messe in Philadelphia war zugleich der Abschluss der neuntägigen Reise des Papstes nach Kuba und in die USA, der längsten Auslandsreise seines bisherigen Pontifikats. Nach der Abschlussmesse reiste Papst Franziskus nach Rom zurück.

kna