13.02.2011

Thema: Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken

Unterstützung für Memorandum

 Sie kamen zum letzten Mal in der aktuellen Besetzung zusammen: Die Mitglieder des Diözesanrates trafen sich zur Abschlussvollversammlung ihrer Amtsperiode. Dabei zogen sie ein positives Fazit ihrer Arbeit – und begrüßten das Memorandum „Kirche 2011 – Ein notwendiger Aufbruch“.

Wie ist die Amtsperiode gelaufen, wo hapert es im
Diözesanrat – und im Vermitteln seiner Anliegen in die
Gemeinden? Engagiert und selbstkritisch haben die
Mitglieder ihre Arbeit ausgewertet. Foto: Wala

Hildesheim (wal). Leicht machte es sich der Rat mit dem von bereits über 200 Theologen unterschriebenen Aufruf nicht. Kritisch hinterfragten sie Passagen des am Tag vor ihrer Versammlung veröffentlichten Papiers – von der verpflichtenden Ehelosigkeit von Priestern bis hin zur Notwendigkeit eines eigenen kirchlichen Verwaltungsrechtes. Nach kontroverser Diskussion begrüßt der Diözesanrat mit großer Mehrheit den Theologen-Aufruf. Die Punkte des Memorandums sollten ein wesentlicher Bestandteil der von der Deutschen Bischofskonferenz initiierten „Dialoginitiative“ innerhalb der katholischen Kirche sein.

Von den deutschen Bischöfen erhofft sich der Diözesanrat „eine inhaltliche Auseinandersetzung in diesen Fragen, als selbstbewusste Ortskirche im Rahmen weltkirchlicher Strukturen“. Der Diözesanrat nimmt sich selbst in die Pflicht: Er wird die im Aufruf dargelegten Überlegungen bei der Weiterführung des Dialogprozesses im Bistum einbringen. Alle Verantwortlichen der Kirche seien aufgefordert, sich für einen Dialog zur Verfügung zu stellen.

Zuvor hatte sich der Rat mehrere Stunden Zeit genommen, um die abgelaufene Amtsperiode zu bewerten – auch in Kleingruppen. Unterm Strich wurde ein positives Fazit gezogen: Viele Vorhaben – darunter ein Energieleitfaden für die Gemeinden, die Ausbildung von Pflegelotsen oder Handreichungen zur Kinder- und Jugendarmut – wurden umgesetzt. Auch politisch meldete sich der Rat zu Wort: am deutlichsten mit einer Erklärung zur Kernenergie.

Trotzdem blieben viele „Baustellen“: Bemängelt wurde vor allem die ausbaufähige Verankerung der Anliegen des Diözesanrates in den Gemeinden. „Da müssen wir in der kommenden Periode ran“, hieß es wiederholt. Auch wurde angeregt, nicht nur zwei-, sondern dreimal im Jahr zu tagen. So könne die Vollversammlung besser auf Entwicklungen reagieren und eigene Akzente setzen.

Weitere Zukunftsaufgabe des kommenden Rates: die Gemeinde- und Kirchenentwicklung vor Ort. „Das Gesicht der Kirche von Hildesheim wird sich in den kommenden Jahren verändern“, betont die Diözesanratsvorsitzende Elisabeth Eicke. Laien werden mehr und mehr Verantwortung übernehmen. Beschlossen wurde zudem das Verkleinern des Vorstandes von acht auf fünf zu wählende Mitglieder. „Wir werden dadurch schlanker und handlungsfähiger“, meint Elisabeth Eicke.

Zurzeit werden in den Dekanatspastoralräten und in den Verbänden die künftigen Vertreter gewählt. Neu zusammenfinden wird sich der Diözesanrat am 27. und 28. Mai.