23.06.2011

KiZ-Tipp: Schiffstour auf der Okertalsperre im Harz

Wie ein blaues Ypsilon

Eine Seefahrt, die ist lustig – vor allem auf über 200 Meter Höhe. Das gibt es auch im Flachland Niedersachsen. Im Harz, auf dem Okertalstausee nahe Goslar. 

Schiffstour auf der Okertalsperre
Durchaus imposant: 35 Meter lang und sechs Meter Hoch ist die „MS AquaMarin“, die auf dem Okerstausee verkehrt.  Foto: Wala

Okertal (wal). 35 Meter lang ist die „MS AquaMarin“ lang, sechs Meter hoch und bietet Platz für 350 Passagiere. Seit 2001 kreuzt sie auf dem Okerstausee. Aber wie kommt so ein Schiff in den Harz?

Die Antwort: per Laster. Und in zwei Teilen. Ursprünglich hieß die „AquaMarin“ mal etwas bodenständiger „Sauerland“. 1968 ist sie vom Stapel gelaufen und verkehrte auf dem Biggesee in Nordrhein-Westfalen.

Zum Transport wurde das Schiff in zwei Teile geschnitten, auf Tieflader verladen und in den Harz gebracht. Fünf Tage dauerte die Reise für die gut 360 Kilometer zwischen Biggesee und Okertalsperre. Und in noch mal sechs Wochen wurde aus den zwei Teilen wieder ein ganzes seetüchtiges Schiff – samt neuem Motor. Und neuem Namen: Getauft wurde sie nach dem Glückstein der Seefahrer, Forscher und Reisenden.

Mit maximal 17 Knoten (also 31 Stundenkilometer) pendelt die „AquaMarin“ in der Zeit von März bis Dezember zwischen fünf Anlegestellen. Meistens jedenfalls: Zurzeit kann sie die  Vorstaumauer wegen Untiefen nicht anfahren.

Vierwaldstätter See des Harzes oder schlicht „blaues Ypsilon“ – so wird der Okerstausee genannt. Von oben sieht er so aus wie der vorletzte Buchstabe des Alphabetes. Zwei Quadratkilometer groß und maximal 65 Meter tief – eine Folge des Baus der Okertalsperre, die 1956 fertiggestellt wurde. Aufgabe der Sperre: Hochwasserschutz und Energieerzeugung. Alles Wissenswerte dazu gibt es während der Rundfahrt.

Dort, wo sich heute der See ausbreitet, befanden sich bis zum Jahre 1954 die kleinen Orte Unter- und Mittelschulenberg. Sie wurden überflutet, die Stadt höher neu errichtet. Manche Harzer behaupten, dass bei niedrigem Wasserstand im Stausee eine Kirchturmspitze zu sehen und das Läuten ihrer Glocken zu hören sei. Leider eine  Legende. Aber eine schöne!

Eine komplette Rundfahrt dauert etwa eineinhalb Stunden und kostet 8 Euro (Kinder von 4 bis 14 4 Euro, Familien mit zwei Kindern 22 Euro, jedes weitere Kind 2,50). Teilstrecken sind möglich. Informationen (Fahrplan, Anlegestellen, Sonderfahrten) erhalten Sie bei der Okersee-Schiffahrt unter der Telefon: 0 53 29/8 11 oder im Internet unter www.okersee.de