07.11.2018

Pastorale Berufe im Bistum Hildesheim

Das Bistum bildet wieder aus

Raum für Vielfalt – das ist der Leitgedanke der Ausbildung für pastorale Berufe im Bistum Hildesheim. Mit einem neuen Konzept ist jetzt der neue Ausbildungsjahrgang gestartet.

Kirchenmauern verlassen: Die Azubis und das Ausbildungsteam mitten in einem Stadtteil von Hannover. | Foto: Wala

Die Pause war lang. 14 Jahre, zwischen 2004 und 2017, hat das Bistum Hildesheim weder Gemeinde- noch Pastoralreferenten ausgebildet. Hintergrund war der im Jahr 2003 im Bistum Hildesheim eingeschlagene Sparkurs. Doch gerade in den letzten Jahren ist der Ruf, wieder auszubilden, lauter geworden. Jetzt haben mit Linda Menniger, Ines Klepka und Stefan Könemann zwei angehende Pastoralreferentinnen und ein Pastoralreferent ihre Ausbildung aufgenommen.

Die drei werden große Teile ihrer Ausbildung zusammen mit dem Priesteramtskandidaten Diakon Björn Schulze absolvieren. Denn für den ersten Jahrgang nach der langen Pause hat ein im letzten Jahr berufenes Ausbildungsteam ein neues Konzept erarbeitet. „Raum für Vielfalt“ ist der Leitgedanke des Konzeptes, das die unterschiedliche Ausbildung von  Priestern, ständigen Dia­konen, Pastoral- und Gemeindereferenten vernetzt. Es orientiert sich an dem Gedanken der lokalen Kirchenentwicklung im Bistum Hildesheim, am Arbeiten im Team im Rahmen von überpfarrlichem Personaleinsatz und am Wirken in einem Sozialraum, der über den Kirchturm hinausragt. Neben den gemeinsamen Elementen wird es auch berufsgruppenspezifische Module geben. Dem Ausbildungsteam gehören Regens Dr. Martin Marahrens, Diakon Ingo Langner, Pastoralreferentin Dr. Annette Stechmann und Gemeindereferentin Patricia Hinz an. Da die Ausbildung auch   als geistlicher Prozess verstanden wird, ist Pas­tor Klemens Teichert als spiritueller Begleiter dabei.

„Ich freue mich sehr, dass die vernetzte Ausbildung jetzt be­ginnt“, betont Annette Stechmann für das Ausbildungsteam, das nun auch den Diözesanrat der Katholiken über das neue Konzept informiert hat.  

Sinnbildlich stand am Anfang der Ausbildung eine zweitägige Zukunftswerkstatt im Ihme-Zentrum mitten in Hannover – bewusst kein kirchlicher Raum, bewusst in einem Viertel, in dem Möglichkeiten und Notlagen in einer Stadt zusammenkommen. „Dieser kontrastreiche Gebäudekomplex gab dabei Impulse, über Kirche und ihren Auftrag, Kirchenbilder und auch lokale Kirchenentwicklung nachzudenken“, meint beispielsweise Pastoralassitentin Ines Klepka: „Auch wenn immer wieder die Grenzen dieser Analogie deutlich wurden.“ Impulse und Grenzen sind dann auch in ein Abendgebet eingeflossen, das die Auszubildenden gestaltet haben – Handwerk und Spiritualität.

Rüdiger Wala