07.11.2019

30 Jahre dem Mauerfall

Die andere Sicht auf die Dinge

Matthias Holluba (Leipzig) und Stefan Branahl (Hildesheim) waren eigentlich so was wie Klassenfeinde: „Ossi“ der eine, „Wessi“ der andere. Seit 30 Jahren berichten sie immer wieder aus dem für sie anderen Deutschland – hin und wieder und mehr oder weniger einträchtig auch in gemeinsamen Reportagen. Vor fünf Jahren reisten sie für den „Tag des Herrn“ und die KirchenZeitung entlang der ehemaligen Grenze von der Ostsee bis nach Bayern. 30 Jahre nach dem Mauerfall fühlen sie sich gegenseitig auf den Zahn.


 

Die innerdeutsche Grenze – hier an der Elbe bei Dannenberg – ist
längst Geschichte. Aber Deutsche aus Ost und West schwimmen
längst noch nicht auf einer Wellenlänge.

So sieht’s der Wessi

„Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben“

Stefan, wann ist es Viertelfünf? Hast du schon einmal Rotkäppchensekt getrunken? Was ist bei uns ein Jägerschnitzel? Und wer ist Chris Doerk?

Viertelfünf ist viertel nach Vier. Das kenne ich aus Süddeutschland, es würde mir aber nie über die Lippen kommen. Rotkäppchensekt: einmal probiert. Muss ich nicht haben. Ein Jägerschnitzel ist panierte Wurstscheibe, recht lecker. Und Chris Doerk hört sich nach Schlagersänger an, der verzweifelt ist, weil er in der Versenkung verschwunden ist.

Ich sehe, du kennst dich mit den ostdeutschen Eigenarten recht gut aus. Nur eine Korrektur: Christ Doerk ist Schlagersängerin, bekannt als frühere Partnerin von Frank Schöbel. – Wie war es in deiner
Jugend: Hast du das geteilte Deutschland bedauert?


Ich traue mich rückblickend kaum zu sagen, dass Kuba und Nicaragua für mich näher waren als die DDR. Die Teilung Deutschlands war für mich die logische und nicht zu hinterfragende Konsequenz, die Deutschland als Folge des Zweiten Weltkrieges zu tragen hatte. Ihr müsst ja auch ein ganz schreckliches Land gewesen sein, wurde uns permanent vermittelt: Immer dann, wenn wir die Errungenschaften des Westens nicht aus voller Begeisterung wie eine Monstranz vor uns her trugen, hörten wir: „Geh doch nach drüben!“ Ja, drüben – das ward ihr. Ein bisschen exotisch, ein bisschen bedauernswert. Und, so erinnere ich mich an die wenigen Begegnungen mit euch auf dem Weg nach Westberlin (Grenzkontrolle Marienborn, Transitraststätte), furchtbar humorlos. Einmal habe ich vergeblich versucht, den Zwangsumtausch auf einem eurer Weihnachtsmärkte auf den Kopf zu hauen. So viele Goldbroiler hätte ich gar nicht essen können. Im übrigen hatten wir genug damit zu tun, uns gegen die spießigen Erwachsenen aufzulehnen. Und ganz ehrlich: Ich kann mich nicht an eine einzige Politikerrede zum 17. Juni erinnern, die mehr war als eine typische Sonntagsrede.

Grenzöffnung in Ungarn, Botschaftsflüchtlinge, erste Montagsdemos in Leipzig … – Wie hast du den Sommer 1989 erlebt?

Es dauerte ein paar Wochen, bis mir nach und nach klar wurde, was sich da bei euch abspielte. Ich erinnerte mich an die Anfänge der Solidarność in Polen und das bald folgende Kriegsrecht. Ich habe alles mit recht mulmigen Gefühlen beobachtet. Einerseits: Hoffentlich übertreibt ihr es nicht. Andererseits: Verdammt mutig, was sich da in den Straßen abspielt. Ich glaube, diese unfassbaren Bilder von den Montagsdemos haben bei mir im Kopf etwas in Gang gesetzt, aus der Gleichgültigkeit wurde erst Interesse und dann auch ziemlich bald eine große Sympathie.

Und den 9. November?

Ein Kollege hat mich mal als norddeutsch-schwerblütig beschrieben. Aber an die Gänsehaut, die für mich untrennbar mit dem 9. November verbunden ist, werde ich mich mein Leben lang erinnern. In der Redaktion hatten wir aufgeteilt, wer von uns an welchen Grenzübergang fährt, ich war auf dem Weg nach Worbis. Kurz vor Duderstadt hatte ich eine Begegnung, die ich immer mit diesem Tag in Verbindung bringen werde: Ein vollbesetzter Trabi kam mir hupend entgegen geknattert, hinter sich eine unfassbare Abgaswolke, und aus den offenen Fenstern winkten mir gefühlt 50 begeisterte Menschen zu. Obwohl ich permanent die Nachrichten verfolgt hatte, wurde mir in diesem Moment zum ersten Mal wirklich bewusst: Jetzt ist es passiert, jetzt ist die Grenze offen. Dieser Moment hat mich mehr berührt als eine halbe Stunde später die Menschenmengen in Duderstadt, die in die Supermärkte strömten oder noch in der unendlich langen Autoschlange standen.

War der Weg zur Deutschen Einheit richtig? Oder wurden Fehler gemacht, welche?

Die Einheit war, davon bin ich fest überzeugt, die einzig logische Konsequenz. Wir wären doch dumm gewesen, hätten wir diese historische Chance nicht genutzt. Natürlich wurden Fehler gemacht. So was stemmt man schließlich nicht alle Tage. Aber wenn ich mich richtig erinnere, ging es euch ja auch nicht schnell genug, mit der D-Mark in die neuen Einkaufsparadiese auf der grünen Wiese zu rennen. Es ist nun mal so: Wenn du nach durchzechter Nacht mit einem dicken Schädel aufwachst, ist das nicht mehr zu ändern. Seid ihr wirklich so gutgläubig gewesen, dass ihr ohne Schrammen aus der Nummer raus kommt? Mir persönlich war es peinlich, wie herablassend wir euch nach dem ersten Freudentaumel an die Brust gedrückt haben. Das Erlebnis, für das ich mich heute noch schäme: Der Wessi, der im Eichsfeld in der Schlachterei das Filet billig eingekauft und vor der Tür demonstrativ an den Hund verfüttert hat. Aber wenn du zurückschaust: Geschichte ist immer von den Siegern geschrieben worden.

Was ist eigentlich für dich durch die Wiedervereinigung anders geworden?

Ich darf in den Osten reisen. Das meine ich ernst. Auf die Idee wäre ich früher nie gekommen. Und weil der Osten ja nicht hinter Frankfurt/Oder aufhört, stand mir plötzlich eine völlig neue Welt offen. Das weitet den Blick auf eine Art, die ich nie für möglich gehalten hätte. Dafür bin ich dankbar.

Müsste sich der Westen verändern?

Entschuldige bitte, aber das ist für mich eine typische Ossi-Frage. Was heißt: der Westen? Das seid ihr doch jetzt eigentlich auch. Also, ich meine: Was unsere Macken angeht, habt ihr doch schnell von uns gelernt. Ich erwarte von euch doch auch nicht, dass ihr euch ändern müsst. Wir sollten mal gemeinsam schauen, was wir besser auf die Reihe kriegen. Vielleicht etwas unaufgeregter in manchen Dingen einen Gang runter schalten? Ein bisschen fröhlicher sein? Auch dankbarer? Weniger neidisch aufeinander? Toleranter? Vielleicht finden wir ja gemeinsam heraus, dass sich nicht alles nur um uns dreht?

Hast du noch Verständnis für die Ossis, die immerfort herumnörgeln und AfD wählen?

Nein. Entsprechend genau so wenig für solche Wessis.

Wie würdest du den Ossi charakterisieren?

Anfangs mochte ich die liebenswerte Naivität. Als wir kurz nach der Wende einen Kollegen aus Ostberlin zum Mittagessen eingeladen hatten, freute er sich über die verputzte Schweinshaxe mit den Worten: „Sogar das Fett war schön mager“. Noch immer mag ich die Freude und Begeisterung, etwas zu erzählen. Ich weiß, es ist ein altmodisches Wort, aber Herzenswärme trifft zu. Ich mag euren Stolz auf die Wende, der manchmal noch durchklingt. Am meisten bedauere ich, dass diese Eigenart seltener wird. Ich fürchte, wir werden diese ganz menschlichen Begegnungen bald vermissen.

Was würdest du den Ossis empfehlen, dass sie sich in der gesamtdeutschen Gesellschaft nicht mehr so zweitklassig, sondern wohl fühlen?

Den Fehler werde ich mit Sicherheit nicht machen. Das wäre doch wohl typisch Wessi, oder? Also gut, einen Tipp hätte ich schon: Denkt an Sparwasser. Und jetzt noch einen wirklich ernst gemeinten Nachsatz: Ich finde, es gibt keinen Grund, sich zweitklassig zu fühlen.

Ist das alles eine Generationenfrage, die sich erledigt hat, wenn die Zeitzeugen tot sind ?

Meine Überzeugung ist: Es darf sich nicht erledigt haben. Es wird unsere Aufgabe sein, von einer Vision zu erzählen, die wir am 9. November 1989 hatten: dass es möglich ist, friedlich Schranken und Grenzen zu überwinden. Das ist keine Sache, die mit der Erlebnis-Generation aussterben darf. Dafür stand es zwischen uns, zwischen Ost und West, zu sehr auf Messers Schneide. Und weil wir Menschen auch künftig nicht vor Dummheit geschützt sind, müssen Erinnerungen weitergegeben werden. Natürlich werden die Ereignisse demnächst ein Kapitel der Geschichte sein, aber das ist der Lauf der Dinge. Und wir beiden alten Männer müssen aufpassen, dass es uns nicht irgendwann geht wie unseren Großvätern: „Ach, Opa erzählt wieder vom Krieg …“

„Nie wieder geteilt.“ Matthias Holluba (links) und Stefan Branahl
beim Start ihrer Grenzreise in Travemünde im Sommer 2014.

 

So sieht’s der Ossi

„Um meine Erfahrungen müssen mich viele von euch beneiden“

Matthias, wo warst du eigentlich, als die Mauer fiel?

Du wirst es kaum glauben: Als die Mauer fiel, habe ich selig geschlafen. Am Abend hatte ich im Fernsehen die Pressekonferenz mit Günter Schabowski gesehen. Seit Tagen lag ja in der Luft, dass es eine irgendwie geartete Regelung für West-Reisen geben müsse. Nun verkündete Schabowski: „Meines Wissens sofort ... unverzüglich.“ Ich dachte, da kannst du in den nächsten Tagen ja mal in Ruhe über deine erste West-Reise nachdenken. Dass vor allem die Berliner das „Sofort ... unverzüglich“ anders verstanden, bekam ich erst am nächsten Morgen mit. Die Freude war riesig und ich bin gleich am nächsten Tag nach Frankfurt/Main gefahren. Hier kann ich mich noch gut an die Freundlichkeit eines Frankfurter Ehepaares erinnern, das von der Grenz­öffnung gehört hatte und zum Bahnhof gefahren war, wo sie mich spontan zum Kaffee einluden. Übrigens habe ich auch den Tag der deutschen Einheit ein knappes Jahr später am 3. Oktober 1990 auf eine spezielle Weise verbracht – auf dem Polizeirevier. Ich war in Leipzig am Abend in eine Auseinandersetzung mit Neonazis geraten. Gott sei Dank hatten die ihre Wut an meiner Fotokamera ausgelassen und nicht an mir. Während Glocken und Feuerwerk die Einheit verkündeten, habe ich meine Anzeige erstattet.

Von welchem Erlebnis im Herbst 1989 wirst du noch als 100-Jähriger erzählen?

Wenn das dann überhaupt noch jemand hören will und ich mich noch erinnern kann: vom 9. Oktober 1989, von der großen und meiner Meinung nach entscheidenden Montagsdemo in Leipzig. Eine Woche vorher war ich nur zum Friedensgebet in die Nikolaikirche gegangen, an der anschließenden Demo teilzunehmen, war ich zu feige. Am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR, habe ich miterlebt, wie Polizisten im Stadt­zentrum mit Schlagstöcken und Wasserwerfern auf friedliche Demonstranten losgegangen sind. Da hab ich mir gesagt, am nächsten Montag gehst du mit.

Am Nachmittag dieses Tages herrschte eine angespannte Stimmung. Viele rechneten damit, dass die Demonstration gewaltsam niedergeschlagen würde. Mein Chef sagte zu mir: „Gehn Sie nach Hause, ich habe gehört, die Krankenhäuser mussten Patienten entlassen, damit sie die Verletzten von heute Abend aufnehmen können.“ Die Stadt war voller Polizei und Kampfgruppen (bewaffnete paramilitärische Einheiten in den volks­eigenen Betrieben). Der Andrang zu den Friedensgebeten war so groß, dass es nicht nur in der Nikolaikirche, sondern in drei weiteren Kirchen stattfand – mit eindringlichen Mahnungen zur Gewaltlosigkeit. Dann setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung – 70 000 Menschen mit Kerzen in den Händen und dem Ruf „Keine Gewalt!“ Kurz vor der Leipziger Stasi-Zentrale stockte es. Für einen Moment dachte ich – das wars jetzt. Gleich rollen die Panzer. Nach einigen mir endlos vorkommenden Augenblicken aber ging es weiter. Weit und breit keine Polizei oder Armee. Wie Hunderte andere stellte ich eine Kerze vor den Eingang der völlig dunklen Stasi-Zentrale und ging nach Hause – stolz, meine Feigheit überwunden zu haben, und mit dem Wissen, dass auch ein kleiner Mensch etwas bewegen kann. Dass ich Weltgeschichte mitgeschrieben hatte, war mir an diesem Tag noch nicht bewusst.

Hätte es den 9. November nicht gegeben – wärst du in den Westen gegangen?

Ich glaube nicht. Als im Sommer 89 auch viele Freunde und Bekannte über Ungarn oder Prag in den Westen gingen, habe ich mich entschieden, zu bleiben. Hier war meine Heimat und meine Familie. Und wenn alle gehen, wer sollte dann noch etwas verändern? Außerdem hatte ich durch meine Arbeit im kirchlichen Bereich gewisse Freiräume und der politische Druck war nicht ganz so groß.

Hast du für einen friedlichen Ausgang der Demonstrationen gebetet?

Ja, für mich gehörten die Friedensgebete untrennbar zu den Demonstrationen. Auch in vielen anderen Gottesdiensten und im persönlichen Gebet spielte die Situation eine große Rolle.
„Wir waren auf alles vorbereitet – nur nicht auf Kerzen und Gebete“, so Horst Sindermann, Mitglied des ZK der SED und Präsident der Volkskammer.

War der 9. November ein Wunder?

Nicht in dem Sinne, dass hier durch göttliches Eingreifen eine Mauer gefallen ist wie seinerzeit in Jericho. Im Zuge der Veränderungen im Herbst 89 wäre die innerdeutsche Grenze irgendwann durchlässig geworden. Dass in diesen Monaten dem SED-Regime, ja dem ganzen Ost-Block weitgehend friedlich das Ende bereitet wurde, war dann allerdings etwas so Erstaunliches, dass man tatsächlich von einem Wunder reden kann, weil nur wenige Wochen zuvor niemand damit gerechnet hätte. Anteil daran haben viele – angefangen von Solidarność und dem polnischen Papst über Gorbatschow, die ungarische Regierung und vielleicht auch manchem SED-Funktionär, der noch so etwas wie ein Gewissen hatte, bis zu den Botschaftsflüchtlingen und denjenigen, die damals sagten, „wir bleiben hier“. Als gläubiger Christ, der damals an den Friedensgebeten teilgenommen hat, bin ich überzeugt, dass Gott diese Geschichte mitgeschrieben hat, denn der Herr ist nahe allen, die zu ihm rufen (Psalm 145,18).

Wer hatte mehr Anteil an den Veränderungen – einzelne Christen oder die Kirchen als Institution?

Natürlich haben die Kirchen den DDR-Mächtigen immer mal wieder gesagt, was sie von deren Politik halten. In der Regel waren die Kirchenleitungen aber schon darauf bedacht, einen gewissen Freiraum für ihr Wirken zu sichern. Das brachte eine gewisse politische Zurückhaltung mit sich. Das gilt für die katholische Kirche noch mehr als für die evangelische. Es waren einzelne Christen – evangelische und katholische – allerdings bis in die Kirchenleitungen hinein, die sich für Veränderungen einsetzten.

Was war dein Lieblingsvorurteil über uns im Westen? Hast du es überwunden?

Mit dem Wort „Besser-Wessi“ ist alles gesagt. Was heißt hier aber Vorurteil? Nachdem die Euphorie des Anfangs verflogen war, kamt ihr zu uns, wusstet alles besser, konntet alles besser, wart einfach besser ... Was wir wussten oder konnten, spielte keine Rolle.

Je mehr Wessis ich mit der Zeit kennengelernt habe, desto mehr hat sich mein Urteil über euch relativiert, denn es gibt auch Wessis, die uns fragen: Was denkst du darüber? Welche Erfahrung hast du gemacht? Wie würdest du das lösen?

Also: Ich bin noch dabei, mein Urteil vom „Besser-Wessi“ zu überwinden ebenso wie meine Minderwertigkeitsgefühle als Ostdeutscher, für die es keinen Grund gibt. Immerhin habe ich in meinem Leben Erfahrungen gemacht, um die ihr im Westen mich beneiden müsstet.

Kannst du heute nach 30 Jahren von Normalität sprechen?

Augenblicklich bin ich da skeptisch: In diesen Tagen ist viel die Rede davon, dass sich Ostdeutsche abgehängt oder als Bürger zweiter Klasse fühlen. Das ist auch eine Erklärung für die jüngsten AfD-Wahlerfolge im Osten. Das Gefühl der Zweitklassigkeit ist nicht aus der Luft gegriffen: Für die Menschen im Osten hat sich fast alles verändert. Maßstab war dabei: Alles, was bisher im Osten war, ist Mist, und muss jetzt so verändert werden, wie es sich in der alten Bundesrepublik über Jahrzehnte eingebürgert hat. Das führt dann auch dazu, dass laut „Spiegel“ nicht einmal zwei Prozent der bundesdeutschen Spitzenpositionen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Militär und Kirchen von Ostdeutschen besetzt werden. Selbst viele im Osten ansässige Firmen werden von Westdeutschen geleitet. Eine aus dem Osten stammende Kanzlerin gleicht das nicht aus.

Sind deine Träume wahr geworden?

Ich weiß gar nicht, welche Träume ich damals hatte. Auf alle Fälle bin ich froh, heute in einem freien und demokratischen Land zu leben. Trotz allem, was ich an Defiziten genannt habe, bin ich dankbar für die vielen positiven Dinge der letzten 30 Jahre. Und ich bin dankbar für alle Hilfe aus dem Westen, jene Westdeutschen eingeschlossen, denen ich das Attribut vom „Besser-Wessi“ nicht anheften möchte. Zum Träumen ist es ja aber nie zu spät, deshalb träume ich, dass wir zum 50. Jahrestag der deutschen Einheit ein selbstverständlicheres Miteinander auf Augenhöhe zwischen Ost und West haben. Mal sehn, vielleicht erlebe ich das ja noch.