19.12.2018

Friedenslicht aus Betlehem

Frieden ist das Wichtigste

In St. Martinus in Emmerke bei Hildesheim wird das Friedenslicht aus Betlehem nach einer Andacht weitergegeben. Viele Menschen schätzen den geselligen Rahmen mit Gesprächen und spirituellem Fokus.

Ein Kuchenbuffet im Pfarrheim St. Martinus, dazwischen Laternen und bunt leuchtende Pergamentwürfel – so werden die Besucher an diesem Nachmittag in Emmerke empfangen. Gastgeber sind die Pfadfinder der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG).

Christa Pischel (rechts) bricht mit dem Friedenslicht auf zur
nächsten Aussendungsfeier. So setzt sich das Zeichen für
Frieden und Verständigung im Bistum fort. | Foto: Scholz

Die Pfadfinder wollen die Gemeindemitglieder nicht nur zum Kuchenessen einladen, sondern eine Kerzenflamme weitergeben, die bereits mehr als 3000 Kilometer zurückgelegt und dabei hunderte, wenn nicht gar tausende andere Kerzen angesteckt hat: Das „Friedenslicht aus Betlehem“ wird seit 1986 jedes Jahr am dritten Advent als Zeichen für Frieden und Verständigung um die Welt geschickt.

Die Emmerker Pfadfinder vom Stamm St. Martinus gestalten ihre Aussendungsfeier bewusst als Begegnung. „Wir machen das in dieser Form schon zum zweiten Mal, weil es vielen Leuten beim ersten Mal sehr gut gefallen hat“, sagt die Vorsitzende Birte Lemmler. Der gesellige Rahmen lädt zum Austausch ein, danach folgt eine Andacht mit Gebeten, Liedern, dem Verteilen des Friedenslichtes und der Segenspendung durch Pfarrer Horst-Dieter Albes.

„Das Friedenslicht hat einerseits Tradition bei den Pfadfindern, es wird in diesem Jahr zum 25. Mal in Deutschland verteilt. Gleichzeitig geht es um eine Botschaft, die vor Weihnachten besonders wichtig ist, nämlich sich für Frieden in der Welt einzusetzen“, sagt Lemmler. Zwar könne das Entzünden einer Kerze alleine noch keine Probleme lösen, aber „alleine das Netzwerk, das uns Pfadfinder wegen des Friedenslichtes verbindet, zeigt seine Wirkung über Ländergrenzen und Konfessionen hinweg“, sagt die Stammesvorsitzende.

Auf diese Symbolkraft setzt auch Christa Pischel, die zur Gemeinde St. Vitus in Giesen gehört. Sie ist extra nach Emmerke gefahren, um das Friedenslicht in Empfang zu nehmen. Später am Abend will sie es im Rahmen einer eigenen Aussendungsfeier an ihre Gemeindemitglieder weitergeben. „Wir haben in diesem Jahr die Flüchtlinge aus unserem Ort eingeladen, einige werden sogar Fürbitten auf Arabisch vortragen“, sagt sie. Das Verteilen des Friedenslichtes ist ihr seit vielen Jahren ein Anliegen.

„Frieden ist das Wichtigste“, findet auch Christa Dittrich, deren Kinder und Enkel bei den Pfadfindern engagiert sind. Das Friedenslicht bringt sie nach der Aussendungsfeier wie immer in einer Laterne zu ihrer Tochter, anschließend bekommt es einen besonderen Platz im Hausflur. Nur über Nacht wird es gelöscht. Trotzdem bleibt das Anstecken der Kerze am nächsten Tag für Christa Dittrich mit dem Appell verbunden, sich bereits im Kleinen immer wieder um Frieden zu bemühen.

Karina Scholz