08.01.2020

Godehardjahr beginnt am 5. Mai 2022

Jubiläum soll geistliches Ereignis werden

Im Jahr 2022 ist es 1000 Jahre her, dass Godehard zum Bischof von Hildesheim geweiht wurde. Dieses Jubiläum will das Bistum feiern – nicht als großes Event, sondern als geistliches Ereignis.

Der heilige Godehard mit Bischofsstab
und Gründungsreliquiar (St.-Godehard-
Basilika, Hildesheim, um 1450)

Traditonell am Dreikönigstag lädt der Bischof von Hildesheim die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bistums zu Gottesdienst und Empfang ein – eigentlich eine interne Veranstaltung. In diesem Jahr hatte er allerdings zwei Botschaften, die das ganze Bistum betreffen: Er kündigte ein Gode­hardjahr und einen Veranstaltungstag zum Synodalen Weg an.

Das Godehardjahr soll vom 5. Mai 2022 bis zum 5. Mai 2023 gefeiert werden. Am 5. Mai wird jeweils das Fest des heiligen Godehard gefeiert, es ist der Todestag Godehards im Jahr 1038.
Godehard sei viel in seinem Bistum unterwegs gewesen, um die Menschen zu stärken. „Außerdem hat er, darin war er hochaktuell, Synoden abgehalten“, so Bischof Heiner Wilmer. „Generationen von Christen haben im heiligen Godehard eine Orientierung gefunden, der sie gefolgt sind.“

Gemeinsam mit den Menschen im Bistum Hildesheim wolle er sich von Godehard leiten und begleiten lassen, sagte er. Im Fokus des Festjahres solle ein vor allem spirituelles Programm stehen, das nun entwickelt werde.

Ein Mann der Reform und der Spiritualität

Godehard wurde um 960 geboren und im bayerischen Benediktinerkloster Niederaltaich erzogen. 996 wurde er Abt des Klos­ters und reformierte dieses im Sinn der Regel des heiligen Benedikt, wie er auch in den Klöstern Tegernsee und Hersfeld, denen er zeitweise ebenfalls vorstand, entsprechend tätig wurde. Am 2. Dezember 1022 wurde Godehard in der Groner Pfalzkapelle nahe Göttingen zum Bischof von Hildesheim geweiht.

Dreißig neue Kirchen entstanden während seiner Bischofszeit, in der Stadt wurde die Michaeliskirche vollendet, der Dom erhielt ein neues Westwerk. Durch Reisen und Synoden vertiefte Godehard aber vor allem das geistliche Leben seiner Diözese.

Godehards Verehrung begann schon früh, seine Heiligsprechung datiert vom 29. Oktober 1131. Er wurde bald in ganz Europa verehrt: Über 400 Kirchen und Kapellen tragen seinen Namen.

„frauenfragen“  im Mittelpunkt

Neben dem Godehardsjahr kündigte der Bischof auch einen Veranstaltungstag im Rahmen des Synodalen Weges an. Er soll am 2. Mai in Hildesheim stattfinden und steht unter dem Motto „frauenfragen“. Der Titel ist eine Anspielung auf das gleichlautende Gedicht des Priesters und Lyrikers Andreas Knapp aus Leipzig, in dem die Rolle der Frau in der Kirche thematisiert wird.
Die KiZ kommt auf das Thema zurück. 
bph/kiz