01.08.2018

Das Dommuseum Hildesheim feiert seinen 40. Geburtstag

Kunst vom Feinsten

Das Dommuseum Hildesheim feiert seinen 40. Geburtstag. Aus diesem Anlass lädt das Museum unter dem Motto „Exit Museum“ vom 16. bis 19. August 2018 zu einem großen Kulturfest ein. Das Programm reicht von Workshops und Vorträgen über Konzerte bis zu einer langen Nacht des Museums und einem Brunch auf dem Domhof.

Seit 40 Jahren ist das Hildesheimer Dom-
museum eine wichtige Adresse, wenn es
um kirchliche Kunst geht. | Foto:  Museum

Der Festakt zum 40-jährigen Bestehen findet am 17. August um 19.30 Uhr statt. Weitere Höhepunkte des Programms sind ein Auftritt des Autors Raoul Schrott, der am 16. August um 19 Uhr im Domfoyer aus seinem Buch „Erste Erde“ vorlesen wird, ein Konzert der A-cappella-Gruppe „str8voices“ aus Hannover am 18. August um 21 Uhr und anschließend um 23 Uhr eine in Worte und Klänge gefasste Projektion auf die Welt von heute mit dem Ensemble Hymnus.

Das Dommuseum gehört zum historischen Baukomplex des Hildesheimer Doms. Es beherbergt den zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Domschatz und vermittelt einen faszinierenden Einblick in die mittelalterliche Kunst. Bereits im Mittelalter gab es im Dom mehrere Schatzkammern, in denen die wertvollen Altargeräte und Reliquiare verwahrt und mitunter vornehmen Besuchern gezeigt wurden.

Mit gezielten Ankäufen und umfangreichen Schenkungen mittelalterlicher Schatzkunst aus säkularisierten Klöstern und Stiften des Hildesheimer Raumes setzte sich der Ausbau der Schatzkammer im 19. Jahrhundert zu einer musealen Sammlung fort, bis Bischof Eduard Jakob Wedekin (1796-1870) schließlich die Initiative zur Gründung einer eigenen Domschatzkammer ergriff, dem heutigen Dommuseum.

Mit der Zerstörung des Hildesheimer Doms am 22. März 1945 wurden die Sammlungsräume vernichtet. Die wertvollsten Kunstwerke waren allerdings vor der Bombardierung der Bischofskirche in Sicherheit gebracht worden und überstanden den Krieg unbeschädigt. Trotz mancher schmerzlicher Verluste war damit der Grundstock für eine Wiedererrichtung des Museums gegeben.
In der 1960 eröffneten Schatzkammer des Doms fand allerdings nur ein kleiner Teil der Exponate Platz. Dies änderte sich 1978, als weitere Räumlichkeiten des ehemaligen Kapitelhauses hinzukamen. Nun konnte Besuchern eine größere Zahl von Objekten in einem eigenen Museum präsentiert werden. Dies war die Geburtsstunde des heutigen Dommuseums.

Seit 1988 fanden regelmäßig Sonderausstellungen statt, die den Bestand des Dommuseums präsentierten. Seitdem ist der Sammlungsbestand durch Ankauf und Dauerleihgaben aus Kirchen und Einrichtungen des Bistums erheblich angewachsen. Trotz eingeschränkter räumlicher Möglichkeiten hat sich das Dommuseum in den folgenden Jahren nicht nur durch die Präsentation der eigenen Bestände einen Namen gemacht, sondern darüber hinaus durch viel beachtete und maßstabsetzende Sonderausstellungen wie „Bernward von Hildesheim und das Zeitalter der Ottonen“, oder „Abglanz des Himmels. Romanik in Hildesheim“.

Im Zuge der Sanierung des Hildesheimer Doms wurde das Museum 2010 geschlossen. In den neugestalteten Ausstellungsräumen werden seit der Wiedereröffnung 2015 die herausragenden Exponate in einem beeindruckenden Wechselspiel von mittelalterlichen Objekten und zeitgenössischen Kunstwerken präsentiert.

Für die architektonische Gestaltung wurde das Museum zusammen mit dem Dom mit dem Niedersächsischen Staatspreis für Architektur ausgezeichnet. Für Abwechslung sorgen Sonderausstellungen sowie Konzert- und Vortragsreihen, die in die Dauerausstellung integriert werden. Aktuell sind gleich zwei große Sonderausstellungen in Arbeit: Ab September 2018 werden unter dem Titel „Hinter den Dingen“ die lebensgroßen Skulpturen von Walter Moroder zu sehen sein. Und 2019 wird ab September die Ausstellung „Zeitenwende. Hildesheim als europäische Metropole um 1400“ präsentiert.

Weitere Informationen zum Programm im Internet unter: https://www.dommuseum-hildesheim.de/de/exitmuseum

Volker Bauerfeld