09.08.2018

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Martha Klawitter

jetzt bin ich also schon das vierte Mal in Rom gewesen. Bereits nach meinem ersten mehrmonatigen Aufenthalt während meiner Zeit bei Radio Vatikan bildete ich mir ein, die Ewige Stadt gut zu kennen. Es kommt immer seltener vor, dass ich mich verlaufe, ich weiß, wo es das beste Eis gibt und überquere selbstbewusst die Zebrastreifen, während ich insgeheim doch auf die Fürsprache des heiligen Christopherus hoffe.

Als ich jetzt unsere Messdiener auf der Internationalen Ministrantenwallfahrt mit der Kamera begleitete, wurde mir klar: Ich kenne Rom nicht. Aber ich lasse mich jedes Mal aufs Neue von dieser Stadt verzaubern. Von den von Efeu beherrschten Gassen im Monti-Viertel, dem farbenfrohen Getummel auf dem Obst- und Gemüsemarkt auf dem Campo de‘ Fiori und nicht zuletzt von den prächtigen Kirchen mit ihren Fresken und Mosaiken.

Jedes Mal entdeckte ich neue Details im Pe­tersdom und jedes Mal bin ich erstaunt, dass sie mir vorher noch nie aufgefallen waren. Mit welcher Hingabe und Ausdauer haben Michel­angelo und Bernini den Heiligenfiguren Ausdruck in ihre Gesichter gemeißelt? Beim Anblick der Pietá etwa hatte ich neulich für einen kurzen Moment das Gefühl, von innen her zu verstehen, was die Worte des heiligen Simeon an Maria bedeuten: „Deine Seele wird ein Schwert durchdringen.“

Zurück in Norddeutschland fehlen mir in den oft nüchtern gehaltenen Kirchräumen diese Figuren, die mir so oft das Beten erleichtern. Deswegen – aber nicht nur deswegen – zieht es mich immer wieder in den Süden, nach Rom.

Ihnen eine gute Woche

Ihre  Martha Klawitter

Martha Klawitter ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.