28.05.2019

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Martha Klawitter

ich bin kein großer Bastelfreund. Doch es wird mir wohl nichts anderes übrigbleiben, als die Einladungskarten zur Hochzeit selbst zu gestalten. Gewiss, die Auswahl an Vorlagen ist groß. Von Spitzenapplikationen bis hin zu echten Blütenblättern finden Verlobte alles, was sie an die Anfänge ihrer Liebe erinnert, die sie mit dem Ehesakrament irgendwie krönen wollen.

Das genügt mir aber nicht. Erstens, weil der Zauber des Anfangs schnell verflogen ist. Er ist nicht der Grund des Sakraments, das wir einander spenden wollen. Warum also ein Motiv auf der Einladungskarte, das nur an ein Gefühl erinnert? Das Ja, das wir zueinander sagen, sagen wir doch auch nicht aus einem Gefühl heraus.

Zweitens: Die Ehe ist ein Sakrament. Sie steht nicht unter Blütenblättern und ist auch nicht in Spitze gehüllt. Sie steht vor allen Dingen unter dem Kreuz. Wir sagen Ja zueinander – und dieses Ja gilt auch dann noch, wenn wir Nein fühlen, wenn wir Gebete stammeln statt sie zu sprechen. An was werden wir uns klammern, wenn es einmal so kommt? Doch nicht an getrocknete Rosen und verstaubte Fotoalben.

Die Hochzeit ist auch kein Abschluss, keine Krönung. Weil doch die Ehevorbereitung, in der wir uns gerade befinden, immer eine Vorbereitung ist auf das, was Gott krönt. Auf ihn müssen wir vertrauen. Nicht auf schöne Gefühle oder Konfettiregen. Oder haben Sie schon einmal mit Spitze und Herzchen verzierte Einladungskarten zu einer Priesterweihe gesehen? Auch ein Sakrament.

Ihnen eine gute Woche

Ihre  Martha Klawitter

Martha Klawitter ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.