01.10.2019

Angemerkt der Woche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Martha Klawitter

Kinder sind schon faszinierende Geschöpfe. Und sie sind und bleiben wohl meine „Lieblingsmenschen“, weil sie uns Erwachsenen auf ihre kindliche Art zeigen, worauf es im Leben ankommt. So auch neulich: Ich musste auf unser 7-jähriges Nachbarskind aufpassen. Nach dem Abendgebet zählte sie all die Dinge auf, die an dem Tag besonders schön waren. Ein außergewöhnlich schöner Tag muss das gewesen sein, dachte ich und lächelte, während sie beim Aufzählen schöner Momente kein Ende zu finden schien.

Ganz unerwartet stellte sie mir dann aber die Frage: „Und bei dir? Was war das Beste an deinem Tag?“ Ich wusste nichts zu antworten und stotterte vor mich hin. Hätte sie mich gefragt, was heute nicht so gut gelaufen ist, hätte ich bei meiner Auflistung wahrscheinlich auch kein Ende gefunden. Aber nein, sie wollte wissen, was gut war. Wie undankbar ich doch bin, dachte ich peinlich berührt, weil mir einfach nichts einfallen wollte. Also sagte ich, bloß um irgendetwas zu sagen: „Endlich schien die Sonne wieder!“

Aber das kluge Mädchen gab sich mit meiner Antwort nicht zufrieden: „Aber das kann ja jeder sagen!“ Sie gab mir ein wenig Bedenkzeit und machte mir Mut: „Überleg doch mal!“ Und ja, nach und nach fielen auch mir viele schöne Momente ein, die uns beide zum Lächeln brachten.

Seitdem mache ich die „Das Beste am Tag-Übung“ jeden Abend. Denn es ist doch wahr: Trotz gelegentlicher Sorgen und Probleme haben wir doch guten Grund, dankbar zu sein. Versuchen Sie es doch auch einmal und fragen sich vor dem Schlafengehen: Was war das Beste am Tag?

Ihnen eine gute Woche

Ihre  Martha Klawitter

Martha Klawitter ist Rundfunkredakteurin bei Bernward Medien.