18.11.2021

Interview mit Christian Schramm

Mit viel Engagement dabei

Am vergangenen Samstag endete in Hildesheim der erste Durchgang des im Februar 2020 begonnenen Qualifizierungskurses „TheoLokal“.  Insgesamt neun Teilnehmenden konnten Marlies Lange-Grumfeld-Siepe und Christian Schramm ihre Zertifikatsurkunden überreichen – die restlichen Teilnehmenden erhielten Teilnahmebestätigungen. Christian Schramm war sichtlich erleichtert, dass der Kurs so erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Nach Reflexion, Evaluation und den letzten Kolloquien
erhalten die Teilnehmenden am Qualifizierungskurs
TheoLokal ihr Abschlusszertifikat.

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff „TheoLokal“ und wer hat dabei mitgemacht?

„TheoLokal – Ihr Zertifikatskurs im Bistum Hildesheim“, so heißt es auf der Homepage. Und weiter als Motto: „Gemeinsam den Glauben vertiefen und durchdenken“. Das haben wir in den vergangenen gut eineinhalb Jahren miteinander intensiv gemacht: Glaubensfragen mit Gegenwartsbezug diskutiert und durchleuchtet, fachkundig und kompetent begleitet und inspiriert von ausgewiesenen Theologinnen und Theologen. Um sprach- und dialogfähig in Sachen Glauben zu werden, um das eigene Handeln als Christin oder Christ auf eine theologisch reflektierte Basis zu stellen.

Mitgemacht haben beim ers­ten Durchgang, quasi dem „Prototypen“, Männer und Frauen aus unterschiedlichen Teilen des Bistums, überwiegend ehrenamtlich vor Ort Engagierte. Dass nicht alle das Zertifikat mit kleiner Praxisprojektreflexion und Abschlusskolloquium machen würden, war zu erwarten – außerordentlich erfreulich ist, dass so gut wie alle den gesamten Weg mitgegangen sind, natürlich unterschiedlich intensiv je nach persönlichen Möglichkeiten.

Worum ging es bei dieser Qualifizierung konkret? Was haben die Teilnehmenden in den letzten eineinhalb Jahren für dieses Zertifikat getan?

Der Zertifikatskurs „TheoLokal“ setzt sich aus sieben inhaltlichen Modulen zusammen, die je aktuell andockend aufbereitet werden: „Gott und Welt“, „Bibel“, „Liturgie“, „Ökumene“, „Gott und Mensch“, „Leben und Tod“, „Kirche“. Zusätzlich gibt es bei jedem Modul ein Exkursionselement, das gerade die „lokale“ Dimension des Kurses stärkt – neben dem, was die Teilnehmenden selbst einbringen. Wer das Zertifikat, das die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) ausstellt, erwerben will, muss eine Mindestteilnahme am Gesamtkurs vorweisen, ein begleitendes Praxisprojekt entwerfen und gegebenenfalls durchführen – Letzteres war wegen der Corona-Pandemie leider nur eingeschränkt möglich. Zum Projekt musste ein kurzer Praxisprojektbericht mit Reflexion geschrieben und anschließend in Form eines Kolloquium in der Gruppe vorgestellt werden. Das ist durchaus ein wenig aufwendiger als sonstige kirchliche Fortbildungen. Ich habe hohen Respekt vor den Teilnehmenden, die das ja zusätzlich zu ihrem sonstigen Familien- und Berufsleben  gemacht haben. Und ich bin nachhaltig beeindruckt vom durchweg hohen Engagement. Der vergangene Samstagvormittag mit seinen Kolloquien hat die reichhaltige Fülle eindrücklich vor Augen geführt.

Einige Teilnehmende waren schon vorher in ihren Gemeinden verankert und ehrenamtlich tätig, andere haben keine Gemeinde im Hintergrund. Wo ist nun ihr Platz in den Gemeinden?

Menschen, die in Gemeinden vor Ort zum Beispiel in „Teams gemeinsamer Verantwortung“ beziehungsweise „Lokalen Leitungsteams“ aktiv sind, sind eine wichtige Zielgruppe für TheoLokal. Aber letztlich sind alle, die etwas vor Ort beitragen wollen und dafür theologische Fundierung suchen, hier richtig und herzlich willkommen – ganz im Sinne der Lokalen Kirchenentwicklung. Von daher lässt sich auch ein einheitliches „Einsatzfeld“ für die Zertifizierten nicht benennen, es wäre geradezu paradox. Die Vielfalt der Praxisprojekte lässt vielmehr erahnen, wie unterschiedlich fruchtbar die TheoLokalerinnen und TheoLokaler vor Ort wirken werden.

Wird es einen weiteren Kurs „TheoLokal“ geben?

Es ist geplant, dass es mit TheoLokal weitergeht – sonst wäre der Aufwand der Zertifizierung auch nicht sinnvoll gewesen. Im Dezember wird es eine umfassende Auswertung des ersten Durchgangs geben und dann werden die Weichen für das kommende Jahr gestellt. TheoLokal passt wunderbar auch zum Godehardjahr, so meine feste Überzeugung. Und wenn ich träumen darf: Vier parallel laufende TheoLokal-Kurse in unterschiedlichen Regionen unseres Bistums – das fände ich grandios!

Interview: Edmund Deppe

www.theolokal.de